Autor: johann

  • Die Salsa

    Salsa tanzendes Paar in enger Tanzhaltung
    Salsa tanzendes Paar. Gemeinfreies Foto der U.S. Marines, via Wikimedia Commons.

    Salsa ist wohl einer der geselligsten Tänze überhaupt. Kaum erklingen die ersten Schläge von Conga, Clave und Klavier, füllt sich die Tanzfläche. Dabei wirkt Salsa temperamentvoll und spontan, ohne nur aus möglichst schnellen Drehungen zu bestehen. Gute Salsa ist ein Gespräch im Paar: Der eine gibt eine Bewegungsidee, der andere nimmt sie auf, und beide spielen gemeinsam mit der Musik.

    Wer nach dem einen Geburtsort der Salsa sucht, macht es sich allerdings zu einfach. Ihre Wurzeln liegen vor allem in Kuba und anderen Teilen der Karibik. Im Son Cubano verbanden sich spanische Melodien und Gitarrentraditionen mit afrikanischen Rhythmen und dem Wechselgesang von Ruf und Antwort. Dazu kamen Einflüsse aus Danzón, Rumba, Mambo und Cha-Cha-Cha. Aus dieser Mischung entwickelten sich Musik und Tänze, die später unter dem Namen Salsa weltweit bekannt wurden.

    Die entscheidende zweite Heimat der Salsa wurde New York. Seit den 1920er-Jahren zogen viele Menschen aus Kuba und Puerto Rico dorthin und brachten ihre Musik mit. In den 1940er- und 1950er-Jahren trafen afrokaribische Rhythmen auf Jazz und die Klangkraft amerikanischer Big Bands. Musiker wie Machito, Tito Puente, Tito Rodríguez und später Eddie Palmieri entwickelten daraus einen unverwechselbaren New Yorker Sound. Der verwandte Mambo war dabei eine der wichtigsten Brücken zur Salsa.

    Das spanische Wort „salsa“ bedeutet eigentlich Soße. Als Name passt es erstaunlich gut, denn auch musikalisch werden viele Zutaten miteinander vermischt. Verbreitet wurde die Bezeichnung in den 1960er- und 1970er-Jahren besonders durch Johnny Pacheco und das Plattenlabel Fania Records. Die Musik selbst war da keineswegs neu. Neu war vor allem der griffige Sammelbegriff, unter dem kubanische, puerto-ricanische und New Yorker Einflüsse gemeinsam vermarktet wurden. Mit den Fania All Stars und Künstlern wie Celia Cruz, Héctor Lavoe, Willie Colón und Rubén Blades trat die Salsa ihren Weg um die Welt an.

    Salsamusik steht im 4/4-Takt, wird beim Tanzen aber meist über acht Schläge gezählt. Auf diesen acht Zählzeiten werden gewöhnlich sechs Schritte getanzt; auf zwei Zählzeiten bleibt Zeit für eine Pause, eine Gewichtsverlagerung oder eine musikalische Verzierung. Der Grundschritt führt vor und zurück oder, je nach Stil, zur Seite. Wichtig ist nicht die Größe der Schritte, sondern ein klarer Gewichtswechsel. Die typische Hüftbewegung entsteht dabei weitgehend von selbst und sollte nicht künstlich aufgesetzt werden.

    Eine besondere Rolle spielt die Clave. Dieses meist von zwei Holzstäben gespielte Rhythmusmuster kann über zwei Takte in einer 2-3- oder 3-2-Folge liegen und bildet gewissermaßen das Gerüst der Musik. Darüber legen Congas ihren Tumbao, das Klavier wiederholt ein Montuno, und Bass, Timbales, Bongos und Bläser ergänzen das rhythmische Geflecht. Am Anfang hört man vielleicht nur eine Menge Schlaginstrumente. Mit etwas Übung entdeckt man darin aber immer mehr Orientierungspunkte für Schritte, Pausen und Figuren.

    Salsa tanzendes Paar im Freien
    Salsa-Tanzpaar. Foto: Vladimir Pustovit, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.

    Beim Timing scheiden sich gerne die Geister. LA-Style und viele Formen der kubanischen Salsa werden häufig „On 1“ getanzt, der Richtungswechsel beginnt also auf dem ersten Taktschlag. New-York-Style wird meist „On 2“ getanzt und betont damit stärker den zweiten Schlag beziehungsweise die Verbindung zum Mambo. Beides ist richtig. Schwierig wird es nur, wenn die beiden Partner unterschiedliche Vorstellungen davon haben, auf welcher Zählzeit sie eigentlich beginnen wollen.

    So unterschiedlich wie die Musik sind auch die Tanzstile:

    • Cuban Style oder Casino: Das Paar bewegt sich eher kreisförmig umeinander. Die Haltung ist locker, die Körperbewegung deutlich, und Einflüsse aus Son und afro-kubanischer Rumba sind gut zu erkennen.
    • Rueda de Casino: Mehrere Paare tanzen im Kreis. Ein Cantante ruft die Figuren aus, und bei vielen Kommandos werden die Partner gewechselt. Wenn alle dasselbe Kommando verstehen, sieht das großartig aus; wenn nicht, wird es immerhin lustig.
    • LA-Style: Dieser Stil wird meist On 1 und auf einer geraden Linie, dem sogenannten Slot, getanzt. Er wirkt dynamisch und showbetont und enthält oft schnelle Drehungen, Stops und akrobatisch anmutende Figuren.
    • New-York-Style: Ebenfalls ein linearer Stil, aber meist On 2 getanzt. Er ist eng mit dem Mambo verbunden und legt viel Wert auf elegante Drehungen, Musikalität und „Shines“, also frei getanzte Schrittfolgen ohne Handverbindung.
    • Cali-Style: Die kolumbianische Variante ist für ihre sehr schnelle und präzise Fußarbeit bekannt. Der Oberkörper bleibt vergleichsweise ruhig, während die Füße scheinbar doppelt so schnell unterwegs sind wie die Musik.

    Trotz all dieser Unterschiede bleibt das Grundprinzip gleich: Salsa ist ein geführter Paartanz mit viel Raum für Improvisation. Viele Figuren beginnen mit einem einfachen Platzwechsel oder Cross Body Lead. Daraus entstehen Rechts- und Linksdrehungen, Wickelfiguren und Kombinationen, die beinahe endlos erweitert werden können. Zwischendurch kann sich das Paar lösen und mit kleinen Solo-Schritten, den Shines, direkt auf Instrumente oder Akzente reagieren.

    In den 1980er- und 1990er-Jahren wurde Salsa auch außerhalb der lateinamerikanischen Gemeinschaft immer populärer. Salsaschulen, Clubs und später internationale Kongresse entstanden in Europa, Asien und fast überall sonst. Gleichzeitig entwickelte sich mit der Salsa Romántica eine weichere, gefühlvollere Musikrichtung. Heute reicht das Spektrum von den rauen New Yorker Aufnahmen der 1970er-Jahre bis zu modernen Produktionen mit Pop-, Hip-Hop- oder Reggaetón-Einflüssen.

    Warum Salsa in klassischen Tanzschulen oft nur als Sonderkurs angeboten wird, ist eigentlich schade. Der Einstieg ist mit einem einfachen Grundschritt durchaus zu schaffen. Die eigentliche Herausforderung kommt später: den Rhythmus nicht nur zu zählen, sondern zu hören, den Partner klar zu führen und trotzdem locker zu bleiben. Genau darin liegt aber auch der Reiz. Salsa kann sehr einfach beginnen und wird selbst nach vielen Jahren nicht langweilig.

    • Entstehung: Wurzeln im frühen 20. Jahrhundert; als Salsa seit den 1960er- und 1970er-Jahren verbreitet
    • Entstehungsort: Kuba, Puerto Rico und New York
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: meist etwa 40–55 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 8 Schläge mit gewöhnlich 6 Schritten
    • Welttanzprogramm: Nein; häufig als Sonderkurs angeboten

     

    Typische Lieder für die Salsa

    Name Interpret
    Quimbara Celia Cruz und Johnny Pacheco
    Mi Gente Héctor Lavoe
    Aguanile Willie Colón und Héctor Lavoe
    Llorarás Oscar D’León
    Vivir Mi Vida Marc Anthony

     

    Quellen:

  • Der Mambo

    Mambo tanzendes Paar in einer Tanzgruppe
    Mambo-Tanzgruppe. Foto: Angélica Martínez / Tecnológico de Monterrey, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

    Der Mambo ist ein Tanz, der nach 1930 in Kuba entstand. Parallel hat sich auch die zugehörige Musikrichtung entwickelt.

    Der Mambo ist das Ergebnis der Mischung von Son und Danzón. Obwohl das oben genannte Stück den Titel Mambo trug, war es nur ein Danzón, der um einen Refrain ergänzt worden war. Den ersten echten Mambo schuf Dámaso Pérez Prado. Er benutzte den Montuno und entfernte daraus Elemente des Ritmo-Nuevo. Dadurch konnte sich der neu definierte Mambo freier entfalten und individueller interpretiert werden. Doch dieser Stil blieb nicht lange bestehen. Durch die Übersiedlung vieler Süd- und Mittelamerikaner in die USA, speziell nach New York City, während des Zweiten Weltkrieges kam es sehr schnell zu einer leichten Vermischung kubanischer Rhythmen mit Jazz. Folglich beeinflusste der Jazz nun auch den Mambo und verlieh ihm seine besondere, bis heute erhaltene Note. Als wichtigste Gemeinsamkeit darf die Synkopierung der Musik, genauer die Betonung der Schläge zwei und vier eines Taktes, angesehen werden.

    Mitte der 50er-Jahre erreichte der neue New Yorker Mambo auch Europa, wo er sich sehr schnell einer großen, jedoch kurzlebigen Beliebtheit erfreute. Den Durchbruch hat er dem Titel „Rio Mambo“ von Pérez Prado zu verdanken, welcher die Charts im Sturm eroberte. Dieser Erfolg war jedoch nicht von Dauer. Da Musik und Tanz rhythmisch sehr komplex und dadurch auch kompliziert sind, wurde er schnell von den einfacheren Musikstilen und Tänzen Cha-Cha-Cha und Rumba verdrängt und geriet bald wieder in Vergessenheit. Erst in den 80er-Jahren kam er wieder in Mode, nicht zuletzt durch den 1987 erschienenen Film Dirty Dancing und das dazugehörige Lied „(I’ve Had) The Time Of My Life“ von Jennifer Warnes und Bill Medley. Heute wird allerdings die verwandte und aus ihm abgeleitete Salsa dem Mambo vorgezogen; die geschichtliche Verbindung zwischen Mambo und Salsa wird unter Salsa (Musik) kurz angerissen.

    Getanzt wird der Mambo im 4/4-Takt bei durchschnittlich 45 Takten in der Minute, somit 180 Schlägen pro Minute. Mambo wird synkopiert getanzt, das bedeutet, auf dem ersten Schlag jedes Taktes wird kein Schritt ausgeführt. Stattdessen findet auf diesen Schlägen eine Gewichtsverlagerung mit gleichzeitigem Einknicken eines Knies statt, was zu der typischen Hüftbewegung führt. Diese ist im Gegensatz zur Salsa stark pointiert, d. h. betont und plötzlich.

    Der Grundschritt beginnt auf dem zweiten Taktschlag, wobei der Herr mit links nach vorne, die Dame mit rechts nach hinten geht. Alle Schritte werden relativ klein und möglichst zügig ausgeführt. Daneben gibt es eine Vielzahl an Figuren. Typisch für den Mambo sind Cross Body Lead, Scallop und Natural Top sowie die Abwandlung Open Break to Natural.

    Der Mambo gehört nicht zum Welttanzprogramm, weshalb er nicht zum normalen Kursangebot einer Tanzschule gehört. Tatsächlich wird der echte Mambo kaum noch gelehrt, stattdessen wird die Bekanntheit des Namens oftmals ausgenutzt, um „gewöhnliche“ Salsa-Tanzkurse zu vermarkten. Wer ihn trotzdem in einem Tanzkurs lernen will, sollte sich deshalb vorher informieren, ob es sich tatsächlich um den echten Mambo oder nicht vielmehr um Salsa handelt.

    • Entstehung: ca. 1930
    • Entstehungsort: Kuba, New York
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 44 bis 62 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 4 Schläge entsprechen einem Takt
    • Welttanzprogramm: Nein

     

    Typische Lieder für den Mambo

    Name Interpret
    Mah Na Mah Na Mr. Mo
    Te di un beso sin importancia Celeste Mendoza
    El mantequero Cortijo
    Mambo caribe George Shearing
    Siempre sea  

     

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Wikipedia-Artikel Mambo und steht unter der GFDL.
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Stil und Haltung

    Die Swingtänze haben ihren Ursprung in den 1920er-Jahren, als das große Charleston-Fieber in den USA ausbrach. Die Swingmusik unterlag wie kaum ein anderer Musikstil einem Wandel der Zeit, der bis heute anhält. Denken Sie doch nur einmal an Robbie Williams.

    Das Charakteristische an allen Swingtänzen ist das sogenannte Bouncen zur Musik. Aber auch Breaks und Jumps sind nicht selten. Genaueres finden Sie in den Beschreibungen der einzelnen Tänze.

  • Die Rumba

    Rumba tanzendes Paar

    Die Rumba ist unter den lateinamerikanischen Tänzen der ruhigste und romantischste Tanz. Sie wird ebenfalls im 4/4-Takt mit etwa 30 Takten pro Minute getanzt. Eine entscheidende Rolle kommt bei solch einem Tanz dann natürlich dem Ausdruck zu. In diesem Fall wäre es der Hüftschwung. Nur wie das halt mit dem Hüftschwung so ist: Der Durchschnittsmitteleuropäer bringt das einfach nicht sauber hin. Ein bisschen kann man es aber doch lernen und das ist dann auch schon ausreichend.

    Die Rumba entwickelte sich aus dem Fandangotanz, der aus Spanien nach Kuba kam. In rhythmischer Hinsicht liegt ihr die Clave-Figur zugrunde, die mit den afrikanischen Sklaven nach Kuba kam. Neben den in Kuba verbreiteten Rumbaformen Columbia und Yambú ist der städtische Guaguancó die heute beliebteste Form. Dieser Tanz ist durch erotische Bewegungen gekennzeichnet. Als Modetanz kam die Rumba erstmals 1914 in New York auf. Rhythmisch vereinfacht gelangte sie Anfang der 1930er Jahre auch nach Europa. Die Nationalsozialisten verboten die Rumba als entartete Kunst, aber auch in anderen Ländern ließ das Interesse nach.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rumba wiederentdeckt, allerdings in zwei vollkommen unterschiedlichen Variationen. Es entstanden zum einen die amerikanisch beeinflusste Square- oder Carrée-Rumba und zum anderen die vom in England lebenden Franzosen Pierre Lavelle propagierte Rumba im kubanischen Stil. Dies führte in den Jahren 1956 bis 1958 und 1961 bis 1963 zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich, den sogenannten „Rumbakriegen“, bei denen beide Schulen „ihre“ Rumba international etablieren wollten. Man einigte sich schließlich darauf, beide Varianten zuzulassen. So wurden die langsame Rumba unter dem Namen Square-Rumba in das Welttanzprogramm und die schwierigere Kubanische Rumba 1964 ins Turniertanzprogramm aufgenommen. Im internationalen Tanzsport hat sich mittlerweile der kubanische Stil durchgesetzt. Die Square-Rumba wird in Europa kaum noch unterrichtet, meist nur bei Tanzschulanfängern; in den USA ist sie jedoch noch weit verbreitet.

    Rumba wird heute zu langsamerer Musik (bis zu 30 Takte/Minute) getanzt als noch vor einigen Jahrzehnten. Dadurch wird eine weitere Betonung nicht nur der ganzen, sondern auch der halben Taktschläge notwendig. Gute Tänzer versuchen, ihre Bewegung sogar noch über den halben Takt hinaus zu verzögern, um dann auf dem verbleibenden Teiltakt eine umso schnellere Bewegung (hauptsächlich Drehungen) durchführen zu können. Dabei ist wesentlich, dass der Schritt des Rückwärtsgehenden dem des Vorwärtsgehenden etwas vorauseilt. Jedem Schritt muss darüber hinaus eine vorbereitende binnenkörperliche Bewegung, das „Settling“, also ein Absenken des Körpers in die Hüfte, vorausgehen, die ihrerseits auf den Volltakt erfolgt. Das Zusammenspiel zwischen dieser Vorbereitung und dem Schritt und zwischen Vorwärts- und Rückwärtstanzendem wird „Rhythm and Response“ genannt.

    Es gibt aber auch noch eine zweite Art der Hüftbewegung, die „Rotation“, die aus dem Gewichtstransfer herrührt. In der tiefen Hüftstellung bleiben die belasteten Beine gestreckt. Um den Gewichtstransfer trotzdem ausführen zu können, ist eine achtförmige, rotierende Hüftbewegung vonnöten. Beim Spielbein soll das Knie deutlich gebeugt und der Fußballen sichtbar sein. Dadurch unterstützt es die rotierende Hüftbewegung.

    Bei der Rumba verschmilzt das Paar auf dem Parkett durch die Musik zu einer Einheit. Die Dame spielt den „arroganten“, dominanten Part, sie lässt den Herrn einmal in ihre Nähe und lässt ihn dann sofort wieder „abblitzen“. Der Herr holt die Dame mal an sich heran, als wolle er sie auf der Stelle verführen, stößt sie dann aber unter sichtbaren Schmerzen von sich. Die Vorstellung einer „getanzten Liebeserklärung“ verdeutlicht die unterdrückte Leidenschaft, die dieser Tanz ausstrahlen soll, wesentlich besser als die häufig genutzte Bezeichnung als „Liebestanz“. Die Betrachtung des Ganzen umfasst natürlich nicht nur die Füße, auch Hand-/Armhaltung, Körpersprache und Mimik sind wichtig.

    • Entstehung: ca. 1910
    • Entstehungsort: Kuba
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 27-30 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 8 Schläge entsprechen 2 Takten
    • Welttanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für die Rumba

    NameInterpret
    Always On My MindElvis Presley
    Nine Million BicyclesKatie Melua
    Nobody KnowsLatin Jam
    VenusFrankie Avalon
    Wo Meine Sonne ScheintCaterina Valente

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Rumba aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Der Cha-Cha-Cha

    Cha Cha Cha tanzendes Paar

    Der Cha-Cha-Cha hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Rumba, was die Anlage der Schritte betrifft. Dabei sind jedoch viel mehr Temperament sowie schnellere Schrittfolgen und Bewegungen angesagt. Auch der Cha-Cha-Cha wird im Vier-Viertel-Takt getanzt. Auf zwei normalen Schritten folgen dabei immer drei schnellere Schritte („Cha-Cha-Cha“). Die Hüftbewegung ist nicht so langatmig wie bei der Rumba, sondern eher zackig und temperamentvoll – anders würde das bei dem Tempo auch nicht gehen. Viel Raffinesse erhält der Cha-Cha-Cha durch verwirrende Schrittkombinationen.

    Der Cha-Cha-Cha in seiner weltweit verbreiteten westlichen Variante gehört zu den lateinamerikanischen Tänzen des Tanzsports und wird als Bestandteil des Welttanzprogramms in Tanzschulen unterrichtet. Die ursprüngliche kubanische Form des Cha-Cha-Cha unterscheidet sich in Technik und Figurenrepertoire stark vom heutigen Turniertanz und ist in der spanischen Schreibweise Cha-cha-chá in der modernen Salsa-Szene anzutreffen.

    Die Geschichte des Cha-Cha-Cha wurde nur mündlich überliefert und wird leicht unterschiedlich wiedergegeben. Der Rhythmus des Cha-Cha-Cha wurde zwischen 1948 und 1951 von Enrique Jorrín erfunden, einem kubanischen Komponisten und Violinisten, der damals das kubanische Orchester Orquesta América leitete. Jorrín variierte in seinen Kompositionen seit 1948 beständig den kubanischen Tanzrhythmus Danzón: Unter anderem reduzierte er die für die kubanische Musik typische Synkopierung und fügte dem ursprünglich rein instrumentalen Musikstil rhythmische Gesangseinlagen hinzu.

    1951 führte Jorrín den Cha-Cha-Cha-Rhythmus unter dem von ihm gewählten Namen neodanzón (span. „neuer Danzón“) auf den kubanischen Tanzflächen ein. 1953 nahm Jorrín die Hits La Engañadora und Silver Star auf. Der neue Rhythmus kam beim Publikum sehr gut an und inspirierte die Tänzer zu einem Tanzschritt, der den Grundschritt des Mambo um einen schnellen Wechselschritt ergänzt. Dieser schnelle Wechselschritt verursachte laut Jorrín ein scharrendes Geräusch, das für ihn wie cha cha chá klang, und das er als rhythmische Gesangseinlage in einige seiner Lieder einbaute. Dieses Geräusch und die daraus resultierende rhythmische Zählweise 2, 3, cha-cha-cha waren letztendlich namensgebend für den Tanz.

    Der Cha-Cha-Cha verbreitete sich sehr schnell über die kubanische Grenze hinweg nach Mexiko und in die Vereinigten Staaten. In den Vereinigten Staaten avancierte der Cha-Cha-Cha über Nacht zum Modetanz des Jahres 1955, gestützt durch die legendären Mambo- und Cha-Cha-Cha-Orchester des Tanzsalons Palladium in New York City. Möglicherweise lag der große Erfolg des Cha-Cha-Cha im Wegfall der Synkopierung begründet, denn diese rhythmische Besonderheit erschwert westlichen Hörern das Tanzen und gilt als Mitursache für den schnellen Niedergang des Mambo.

    1955 hielt der Cha-Cha-Cha Einzug in Deutschland. Der Tanz kam dem Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband gelegen, um die deutsche Jugend von der Swing- und Rock-’n‘-Roll-Bewegung abzulenken und zurück in die Tanzschulen zu locken.

    Der Tanz erfuhr sehr früh technische Anpassungen an die Rumba. 1962 wurde er offiziell zu den Turniertänzen hinzugenommen und wies bereits damals die Grundform der heutigen Turniervariante auf. Einen großen Beitrag zur technischen Entwicklung lieferte Walter Laird, der mit seiner Tanzpartnerin Lorraine Reynolds in den Jahren 1962, 1963 und 1964 Latein-Weltmeister wurde und mehrere Tanzbücher verfasste. 1963 wurde der Cha-Cha-Cha als lateinamerikanischer Tanz in das Welttanzprogramm aufgenommen und gehört seither weltweit zum Grundstock allgemeiner Tanzschulen.

    Cha-Cha-Cha-Musik ist heiter und unbeschwert. Der Tanz ist ein amüsanter und koketter Flirt zwischen den Tanzpartnern, die in frechen, offenen und geschlossenen Figuren miteinander spielen. Er ist vorwitziger als die verträumt-erotische Rumba, aber weniger aufreizend als die überschäumende Samba. Die kubanische Variante ist insgesamt ruhiger und weicher.

    getanzter Cha Cha Cha

    Der Cha-Cha-Cha wird im 4/4-Takt notiert, hat die Hauptbetonung auf dem ersten Taktschlag und wird für gewöhnlich in einem moderaten Tempo von 30 bis 34 Takten pro Minute gespielt und getanzt.

    Cha-Cha-Cha ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich für eine kubanische Musikform: Er wurde von Anfang an im 4/4-Takt notiert, während die meisten anderen kubanischen Musikformen ursprünglich im 3/4-Takt notiert und erst im Laufe der Zeit von Exilkubanern an die westliche 4/4-Notation angepasst wurden. Als Nachfolger des haitianischen Danzón hat er darüber hinaus keinen Bezug zur Clave, dem aus Afrika stammenden Rhythmusschema, das fast alle kubanischen Musikformen prägt. Schließlich weist er keine Synkopierung auf und steht damit unter anderem im Gegensatz zum Mambo, bei dem die Hauptbetonung vom ersten auf den zweiten Taktschlag verschoben ist.

    Seit Jorríns Tagen hat sich die Musik, auf die Cha-Cha-Cha getanzt wird, ständig verändert. Spielte das Orquesta América noch in der klassischen, weichen Charanga-Besetzung des Danzóns mit Perkussion, Klavier, Bass, Flöte und Cuerdas, setzten sich bereits im Palladium fetzige Bläserbegleitungen durch. Zur nachhaltigen Beliebtheit des Cha-Cha-Cha trug auch bei, dass er problemlos mit dem 4/4-Taktschema der westlichen Musik vereinbar ist. So wird Cha-Cha-Cha in Tanzschulen heute auf aktuelle Chart-Hits der Popmusik und des Latin Rock gelehrt.


    Cha-Cha-Cha ist ein sogenannter stationärer Tanz. Das heißt, dass sowohl im Grundschritt als auch in den Tanzfiguren die Schrittgröße und die Intensität der die Schritte einleitenden Hüftbewegungen korrelieren, was bei Betrachtung von Anfängern fälschlicherweise den Eindruck erwecken kann, man würde sich kaum bewegen. Der bekannteste Grundschritt des Cha-Cha-Cha besteht aus einem Vorwärts- und einem Rückwärtsteil („Check-Schritt“), die auf den Taktschlägen „2“ und „3“ ausgeführt werden, sowie einem Chassé auf „4 und 1“. Dieser Grundschritt wird von Dame und Herrn spiegelverkehrt getanzt. Das gilt auch für die Grundschrittalternative mit Schließen und Gewichtswechsel anstelle der Check-Schritte, für die Verwandlung des Chassés in einen Vorwärts-/Rückwärts-Lockstep und für den Grundschritt im Guapacha-Timing (ähnelt dem Whisk in der Samba). Charakteristisch für den Cha-Cha-Cha ist dabei immer das Chassé auf „4 und 1“.

    • Entstehung: ca. 1951
    • Entstehungsort: Kuba
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 30-34 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge entsprechen eineinhalb Takten
    • Welttanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Cha-Cha-Cha

    Name Interpret
    Kiss Me Honey Shirley Bassey
    Pata Pata Miriam Makeba
    Rubberneckin Elvis Presley
    Sexbomb Tom Jones
    Sway Michael Buble
    Tea For Two Della Reese

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Cha-Cha-Cha aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet

  • Der Samba

    Samba Tanzendes Paar

    Der Samba ist der Tanz, der mit Sicherheit das „lateinamerikanischste Flair“ ausstrahlt, wenn man das so sagen kann. Dominierend sind in der Regel die Rhythmusinstrumente wie Trommeln, Bongos und Rasseln. Wenn man bei einer Samba-Runde auf die Tanzfläche schaut, dann fällt einem sofort das sogenannte „Bouncen“ bei den Tanzpaaren auf. Dies kommt dadurch zustande, dass man sich bei diesem Tanz bei jedem Schritt mit dem Ballen abdrückt und mit dem Ballen von oben „landet“. Dadurch entsteht eine Auf-und-ab-Bewegung. Nach Meinung vieler Tanzlehrer tanzt man den Samba übrigens richtig, wenn man die Auf- und Abwärtsbewegung, die automatisch durch das Abdrücken und das Aufsetzen der Schritte von oben entstehen würde, durch das Laufenlassen der Hüfte kompensiert. In der Summe verändert man also seine Höhe nicht.

    Der ursprünglich aus der afrobrasilianischen Musik stammende Musik- und Tanzstil gehört in seiner europäischen Variante zu den fünf lateinamerikanischen Tänzen und hat kaum noch etwas mit der ursprünglichen brasilianischen Tanzform gemein. Typisch für die Samba sind deutliche, schnelle Hüftbewegungen und das sogenannte Bouncen, ein komplexes Vor und Zurück des Unterkörpers durch leichtes Strecken und Beugen des Standbeinknies, das aber kein Heben des Oberkörpers beinhalten darf.

    Samba wird für gewöhnlich bei einem Tempo von 50 bis 53 Takten pro Minute getanzt. Es gibt verschiedene Rhythmen in der Samba. Dabei wird zwischen Körper- und Fußrhythmus unterschieden. Der Körperrhythmus wird durch eine Vorwärts-Rückwärts-Bewegung des Beckens wiedergegeben, jeweils auf „slow“. Je nach Art der getanzten Figur entsteht ein unterschiedlicher Rhythmus der Füße. Der Grundrhythmus der mehr stationären Figuren wird mit dem englischsprachigen Zählmaß one-a-two bezeichnet. Dabei besteht ein 2/4-Takt aus drei Schritten: Der erste Schritt nimmt 3/4 eines Schlags ein, der zweite 1/4 und der dritte Schritt einen ganzen Schlag. Dieser Grundrhythmus wird häufig variiert, beispielsweise werden gelaufene Figuren im Rhythmus „Slow-quick-quick“ oder auch „Quick-quick-slow“ gezählt. In einigen Figuren wird hiervon ein „slow“ aufgelöst, so dass sich ein Rhythmus „Slow-quick-quick-quick-quick-quick-quick“ ergibt. Möchte man den brasilianischen Ursprüngen des Tanzes näher kommen, so kann mehr als eine Vor-Rückbewegung der Hüfte auf einen Schlag getanzt werden; möglich sind drei Hüftbewegungen je Takt. Diese Bewegungen werden Batucadas genannt; Batucada bezeichnet zugleich eine Stilrichtung der Samba. Wird ein „Quick“ in einer Figur getanzt, entfällt im Übrigen das Bouncen.

    • Entstehung: 20. Jahrhundert
    • Entstehungsort: Brasilien
    • Takt: 2/4
    • Geschwindigkeit: 46-68 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 4 Schläge entsprechen 2 Takten
    • Welttanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Samba

    Name Interpret
    Ain't It Funny Jenifer Lopez
    Fools Rush In Elvis Presley
    La Bomba King Africa
    Siempre Manana Ruben Gomez
    La Isla Bonita Madonna

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Samba aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Jive

    Jive tanzendes Paar

    Der Jive ist vom „Feeling“ her eigentlich wenig südamerikanisch. Hört man den Rhythmus, dann denkt man eigentlich mehr an Rock 'n' Roll oder Boogie als an Samba & Co. In der Tat stammt der Tanz aus Nordamerika und ist eine Mischung aus Boogie-Woogie und anderen Gesellschaftstänzen. Auch der Jive ist ein Tanz, bei dem es Temperament und Freude zum Ausdruck zu bringen gilt. Er wird im Vier-Viertel-Takt getanzt. Das Tempo ist nicht so übermäßig schnell wie beim Boogie-Woogie oder Rock 'n' Roll, aber dennoch kommt man mächtig ins Schwitzen, weil man viele Schritte innerhalb kurzer Zeit machen muss. Die Haltung ist beim Jive ein wenig lockerer als bei seinen lateinamerikanischen „Kollegen“. So hält man die Hände locker unten, jedoch immer auch mit einer Spannung in den Unterarmen (sonst sieht's mit der Führung schlecht aus…). Man tanzt den Jive nach moderner Auffassung ein klein wenig gehockt und mit „weichen Knien“. Die Knie werden nie ganz durchgestreckt und alle Bewegungen laufen fließend und federnd.

    Jive ist eine Bezeichnung für einen Tanz, der vielfältige verwandte Vorläufer afroamerikanischen Ursprungs hat. Dazu gehören Lindy Hop, Blues und Swing aus den frühen 1930er-Jahren, Boogie-Woogie und Jitterbug aus den 1940er-Jahren sowie Rock ’n‘ Roll aus den 1950er-Jahren. Charakteristisch für alle diese Tanzformen war und ist ihre stimulierende Musik. Amerikanische Soldaten brachten die in den USA beheimateten Tänze um 1940 nach Europa, wo sie bei der Jugend schnell sehr beliebt wurden. Der Boogie wurde nach dem Krieg zur dominierenden Musikrichtung. Als „ordinärer“ Tanz fand er aber nicht nur Freunde. Tanzpapst Alex Moore äußerte, dass er nie zuvor etwas „Gräßlicheres“ gesehen hatte. Englische Tanzlehrer entwickelten, mit etwas langsamerer Musik, den eleganten und doch lebendigen Jive. 1968 wurde er als fünfter Turniertanz in die Gruppe der lateinamerikanischen Tänze aufgenommen. Seit 1976 gehört der Jive zum Welttanzprogramm. In England erfreut sich ein anderer Jive großer Beliebtheit. Anstelle der üblichen sechs Beats wird der Modern Jive wie der Lindy Hop auf acht Beats getanzt und bietet viele schnelle und komplexe Figuren, die man sonst nur im Discofox kennt.

    getanzter Jive

    Im Gegensatz zu Rumba und Cha-Cha-Cha wird die Merengue-Hüftbewegung getanzt, sodass die Hüfte über dem Standbein verbleibt und erst nach dem Gewichtswechsel auf die andere Seite wechselt. Die Schritte im Jive werden über den Ballen und die Innenkante der Füße angesetzt. Der Jive wird in der offenen Tanzhaltung getanzt, wobei der Herr mit seiner linken Hand die rechte Hand der Dame fasst. Eine enge Verwandtschaft besteht mit Boogie-Woogie und Rock 'n' Roll.

    • Entstehung: 1940
    • Entstehungsort: Nordamerika
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 44+ Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge (8 Schritte) entsprechen eineinhalb Takten
    • Welttanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Jive

    Name Interpret
    Crazy Little Thing Called Love Michael Buble
    Hello Mary Lou Pitney
    Making Your Mind Up Bucks Fizz
    Only The Good Die Young

    Billy Joel

    Schöner Fremder Mann Connie Francis
    Waterloo Abba

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Jive aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Paso Doble

    Pasodoble tanzendes Paar

    Er wird heutzutage eher selten auf Tanzpartys gespielt, was zum einen auf den im wahrsten Sinne des Wortes aus der Reihe tanzenden Stil zurückzuführen ist, der teilweise sehr militärisch anmutet. Zum anderen gibt es aber auch wenige Musikstücke, auf die sich ein Paso Doble würdevoll tanzen lässt. Der Herr übernimmt beim Paso Doble die Rolle des Toreros und die Dame – falsch, nicht die Rolle des Stieres, sondern die des roten Tuches, welches der stolze „Spanier“ umherschwingen darf – aber wie sollte die Dame auch einen Stier tänzerisch darstellen? Zum Ende des Raumes gehen, schnauben und dann los? Die Schritte werden beim Paso Doble mit wenigen Ausnahmen durchgehend im gleichmäßigen Tempo gesetzt. Markantes Merkmal des Paso-Doble-Schrittes ist der sogenannte „Appell“, ein herausforderndes Aufstampfen, durch das er einen leichten „Flamenco-Touch“ erhält. Vielen Nachwuchs-Toreros macht dies richtig Spaß und sie stampfen so herzhaft auf, als wollten sie die Leisten durch den Boden treten.

    Der Paso Doble ist ein spanischer Tanz, wird aber traditionellerweise den lateinamerikanischen Tänzen zugeordnet. Er entstand im 19. Jahrhundert in Spanien und wird seit 1919 getanzt. Seit 1945 ist er Turniertanz und seit 1963 im Welttanzprogramm enthalten. Der Paso Doble ist ein progressiver Tanz, das heißt, man bewegt sich während des Tanzens durch den Saal. Er ist der schnellste der im Welttanzprogramm vorhandenen Lateintänze.

    Unter dem Paso Doble versteht man die tänzerische Interpretation des Stierkampfes. Der Herr tanzt den Torero, die Dame stellt das rote Tuch (Muleta oder Capa genannt), eine Flamencotänzerin oder den Schatten des Toreros dar.

    Der Paso Doble ist eine Ausnahme in den lateinamerikanischen Tänzen. Dies zeigt sich in Haltung, Schritten und der anzustrebenden durchgängigen Phrasierung der Figuren. Der Tanz wird mit stolz erhobenem Haupt getanzt, die Schulterblätter werden nach hinten und unten gezogen, das Gewicht leicht nach vorne verlagert, durch Anspannen der Oberschenkel wird die Leiste aber weiter nach vorne gebracht, der Schwerpunkt liegt so hinter der Hüfte. Durch gleichzeitige Anspannung der Bauchmuskulatur wird verhindert, dass sich der Brustkorb nach oben wegbewegt, also öffnet. Die Ellbogen liegen weiter nach hinten als sonst üblich, durch die Tendenz nach vorne bleibt der Abstand im Paar aber gleich.

    Schrittvorbereitende Hüftbewegungen wie in Rumba und Cha-Cha-Cha entfallen; raumgreifende Schritte werden vielmehr mit der Ferse angesetzt. Paso Doble ist ja ein Marschtanz; das heißt keineswegs, dass jeder Schritt auf einen Taktschlag auszuführen wäre und noch weniger, dass der Schritt gleichmäßig über den zur Verfügung stehenden Zeitraum durchgeführt würde – vielmehr gibt es Beschleunigungen innerhalb eines Schrittes.

    Die Haltung des Herrn stellt den Matador mit seiner Capa dar: Der Rücken ist gebogen, die gerundeten Arme stehen unter fester Spannung. Ein Körperkontakt zur Dame findet selten statt, etwa in den Achsen. Es wäre ja auch unlogisch, weil lebensgefährlich, wenn der Stierkämpfer die Capa dauernd an seinen Körper halten würde.

    Die Phrasierung der Musik des Paso Doble ist durch die Choreographie widerzuspiegeln. An zwei Stellen der Musik, den Höhepunkten, wird eine statische Pose eingenommen. Häufig wird zu Beginn einer Phrase auf „eins und“ ein sogenannter Appell getanzt, ein plötzliches Umlenken der stationären, höheren Körperhaltung in eine Vorwärtsbewegung (Attacke genannt, wenn dies in Richtung der Dame ausgeführt wird). Chassés werden häufig getanzt. Armbewegungen werden schnell und in einer einzigen, runden Bewegung durchgeführt, also nicht mit Einsatz des Ellenbogens.

    Technik im Sinne von Schritttechnik ist im Paso Doble kein zentrales Thema. Auffällig sind Drehungen. Im Hinblick auf die Lage der Achse, die durch die Bogenspannung bedingt ist, gilt: Sie liegt größtenteils außerhalb der Körper von Dame und Herrn (macht Platz für den Stier) und ermöglicht das plötzliche Verändern der Lage dieser Achse (= Ausweichen vorm Stier). Zusätzlich stehen die Achsen in der Regel nicht senkrecht. Bei der Ausführung aller Figuren ist daran zu denken, was sie im Rahmen des Stierkampfes bedeuten sollen. Hohe Sprünge in die Luft etwa sind daher nicht sinnvoll. Typisch ist aber beispielsweise die erhobene Position des Herrn auf den hohen Fußballen, mit beiden Händen hoch über dem Kopf: bereit zum Todesstoß. Erfahrene Tanzsport-Trainer erzählen, dass sie eigens nach Spanien in die Stierkampfschulen gereist sind, um das Wesen des Stierkampfes besser in den Tanz umsetzen zu können.

    Die Musik des Paso Doble war ursprünglich im 3/8-Takt, später im 2/4-, 3/4- und 3/8-Takt. Als Tanzmusik wird heute nur der 2/4-Takt gebraucht. Das Tempo beträgt etwa 58 bis 62 Takte pro Minute. Bei Turnieren tanzt man (gemäß der Turnier- und Sportordnung des Deutschen Tanzsportverbandes) 60 bis 62 Takte pro Minute.

    • Entstehung: ca. 1910
    • Entstehungsort: Spanien
    • Takt: 2/4
    • Geschwindigkeit: 60–62 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge entsprechen eineinhalb Takten
    • Welttanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Paso Doble

    Name Interpret
    Don't Let Me Be Misunderstood Santa Esmeralda
    El Gato Montes Hugo Strasser
    March of toys

    Werner Muller

    You'll Be Gone

    Elvis Presley

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Paso Doble aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Stil und Haltung

    offene Lateintanzhaltung

    Die Haltung in den lateinamerikanischen Tänzen: Der Herr und die Dame stehen sich mit etwas Abstand genau gegenüber, nicht versetzt wie vorhin besprochen. Für Männer unter den Lesern gilt: Die rechte Hand ist am linken Schulterblatt der Dame. Für die Frauen gilt: Die linke Hand auf den rechten Oberarm des Herrn auflegen. Beide Arme sind dabei fast gestreckt. Die Führungshände sind gefasst und bilden fast einen rechten Winkel in der Beuge.

    Zum Tanzstil gibt es Folgendes zu erwähnen. Die lateinamerikanischen Tänze sind offene Tänze. Konkret bedeutet dies, dass sich beide Partner relativ oft trennen und dabei offen tanzen. Die Tänze werden durchgehend temperamentvoll ausgeführt, und wichtig ist nicht allein das Setzen der Schritte, sondern auch die Hüftbewegung. Um dies richtig zu lernen, sollte man sich in eine Tanzschule begeben – an dieser Stelle kann darauf nicht näher eingegangen werden. Bei den Vorwärtsschritten wird fast durchgehend der Ballen zuerst aufgesetzt, nicht die Ferse – das gilt für beide Beteiligten. Der aufrechte Blick kann auch nicht schaden, auch wenn es einen natürlich immer interessiert, wie und wo man den nächsten Fuß hinsetzt … Der Herr übernimmt die Führung, die Dame darf dafür die schweren Schritte tanzen. Er führt sie durch Druckimpulse oder Armbewegungen in die jeweilige Tanzfigur oder Richtung.

    Die im Welttanzprogramm definierten Lateintänze sind:

  • Boogie-Woogie

    getanzter Boogie-Woogie

    Der Boogie ist wohl der faszinierendste Tanz von allen durch seine Offenheit in den Schrittfolgen, die swingende Musik, die vielen Grundschritte und so manches mehr. Ja, ihr habt richtig gelesen, es gibt im Boogie nicht nur den einen Grundschritt wie in den anderen Tänzen.

    Es gibt allein schon drei Basisvarianten, wobei dann ein Vierer-, ein Sechser- oder sogar ein Achterschritt dabei herauskommt. Von diesen Grundschritten gibt es dann noch Variationen.

    „Ihr könnt aber toll Rock 'n' Roll tanzen!“ – Welche(r) Boogie-Woogie-Tänzer(in) ist beim Tanzen in der Disco nicht schon mindestens einmal über diese Beifallsbekundung begeisterter Zuschauer 'gestolpert'? Die Richtigstellung, es handle sich gar nicht um Rock 'n' Roll, sondern um Boogie-Woogie, ruft bei den Discofreaks meist nur ein verdutztes „Ach so?!“ hervor.

    Tatsächlich handelt es sich beim Boogie-Woogie um einen Vorläufer des Rock 'n' Roll. Beide Tänze haben sozusagen einen gemeinsamen „Großvater“, den Swing. Dessen Wurzeln liegen in den Musikkneipen der US-amerikanischen Schwarzenghettos Ende der 20er-Jahre.

    In einem dieser Etablissements, dem „New York Savoy Ballroom“ im Herzen Harlems, wurde mit dem Swing erstmalig ein Paartanz kreiert, der nicht auf vorgeschriebenen Schrittfolgen basierte, sondern allein von der Improvisation der Tänzer und Tänzerinnen lebte. Der Tanz schien geradezu revolutionär: (Fast) alles war erlaubt – Hauptsache, die Paare bewegten sich im Takt der Musik. So konnte sich beim Swingtanz die spielerische Bewegungsphantasie der Schwarzen mit typisch weißen Tanzelementen vermischen.

    Nur wenig später erfuhr der Swing eine Abwandlung in Form des Lindy Hop. Der Name war gut gewählt, denn genau wie beim Jahrhundertflug des amerikanischen Flugpioniers Charles Lindbergh flogen beim Lindy Hop die Damen durch die Luft, wurden von ihren Tanzpartnern über den Kopf geworfen und um die Hüften gewickelt. Nicht zuletzt durch die Darstellung der verrückten Tanzfiguren und -szenen in Filmen der Marx Brothers oder dem Kultfilm „Im Himmel ist die Hölle los“ erfuhr der Lindy Hop einen enormen Bekanntheitsgrad, der in der heutigen Zeit sogar eine Renaissance erlebt. Zahlreiche deutsche Lindy-Paare treffen sich regelmäßig mit Gleichgesinnten aus anderen Ländern zu Meisterschaften, Tanzveranstaltungen und -seminaren.

    getanzter Boogie-Woogie

    Eine weitere – wenn auch nicht ganz so bekannte – Swing-Variation nannte sich Jitterbug. Den Namen soll der schwarze Musiker Cab Calloway erfunden haben. Er verglich die sich nach seiner Musik wild gebärdenden Tanzpaare mit „Zitterkäfern“.

    In Deutschland wurde die Swingmusik erstmals in den 30er-Jahren bekannt. Von den Nationalsozialisten verpönt, waren die „exotisch-abartige“ Musik und der Tanz von tanzwütigen jungen Pärchen Mitte der 30er-Jahre und in den 40er-Jahren als willkommene Abwechslung zum gleichmachenden Marschrhythmus. Der Mitte der 90er-Jahre produzierte Kinofilm „Swing Kids“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie die Machthaber die Verbindung aus Jugendprotest und purem Spaß am Tanzen als undeutsches Element zu unterdrücken versuchten.

    Nach dem Untergang des „Tausendjährigen Reiches“ schwappte dann die Swingmusik, vorgetragen von riesigen Bigbands, unaufhaltsam über den Großen Teich. Und mit der Musik kam ein ganz neuer Tanz – der Boogie-Woogie.

    Diesmal handelte es sich jedoch nicht nur um eine reine Namensänderung des Swingtanzes – die Swingmusik selbst hatte eine Veränderung erfahren. Der gute alte Blues war in Amerika neu überarbeitet worden, mit einer fließenden Pianospielweise, aufgebaut auf der Bassbegleitung der linken Hand.

    Das spiegelte sich auch im Tanzstil wider: Obwohl der Boogie-Woogie im Prinzip so getanzt wurde wie der Swing, kamen die Paare nicht ins Schaukeln. Dazu war bei der schnellen Musik gar keine Zeit. Rasend schnelle Füße, allein aus der Hüfte getanzt – genau das richtige Mittel, um im zerstörten Deutschland einer aufgestauten Amüsierwut Platz zu schaffen, alles Bedrückende abzustoßen. Der Boogie-Rhythmus, viel schneller als zuvor beim Swing, war wie ein Rausch, der oft bis zur körperlichen Erschöpfung ausgelebt, getanzt wurde.

    In den 50er-Jahren stellte sich allmählich wieder ein Leben in geordneten Bahnen ein. Viele Jugendliche empfanden das Bemühen ihrer Eltern, eine heile Nachkriegswelt aufzubauen, als bieder – ja verabscheuungswürdig. Da war der aus den Vereinigten Staaten kommende Rock 'n' Roll mit seinen heißen Texten, der fetzig-hämmernden Musik, dem wilden Tanz und dem extravagant-modischen Outfit genau das richtige Mittel, bestehende Konventionen umzustoßen. Man hörte, tanzte und – man lebte Rock 'n' Roll.

    Berlin war unumschränkte Hochburg. Von 1950 bis 1958 wurden alle deutschen Meisterschaften im Boogie-Woogie und Rock 'n' Roll in unserer Stadt ausgetragen. Berliner Tänzer wie Horst Todt, deutscher Meister 1950 und 1951, und Kalle Gaffkus, der einzige deutsche Rock-'n'-Roll-Weltmeister der 50er-Jahre und vierfacher deutscher Meister (1953-56), setzten Akzente.

    Paar tanzt Boogie-Woogie

    In unserer heutigen Zeit hat sich der Rock 'n' Roll zu einem reinen Turnhallen- und Turniersport entwickelt, der nur noch den Namen mit dem einstigen wilden Tanz und dem Flair der 50er-Jahre gemein hat. Bei den Turnieren – einer Mischung aus Jazz Dance und Akrobatik – hört man Disco-Musik, die sich für die hüfthohen Fußkicks besonders gut eignet. Nur wenige der im poppigen Aerobic-Outfit gekleideten Paare sind über 30 – ältere könnten bei diesem auf absolute Höchstleistungen ausgerichteten Akrobatiksport kaum mithalten.

    Doch auch der Boogie-Woogie-Tanz ist moderner geworden. Heute erinnert sein 8er-Grundschritt mehr an den Rock 'n' Roll der 50er-Jahre als an den super-schnellen Boogie der späten 40er. Statt nach typischer Pianomusik tanzt man hier auch schon mal nach „Rock around the Clock“ und anderen Rock-'n'-Roll-Oldies. Zu Turnieren erscheinen die Paare meist in Petticoats, Sakkos und Hosenträgern, bei einschlägigen Freizeit-Tanzveranstaltungen wird in normaler Straßenkleidung gerockt.

    Dabei fließen heute immer mehr Swingelemente in den Boogietanz ein – eine Entwicklung, die sich auch am veränderten Musikgeschmack der Tänzerinnen und Tänzer ablesen lässt. So treffen sich die Berliner Boogie- und Swingtanzpaare regelmäßig freitags im „Swingin' Ballroom“ des Grünen Salons, wo sie zu Livebands wie Jive Sharks, Jumpin' Jackets oder Boogie Radio Orchestra den Tanzboden erzittern lassen. In München, der Hochburg des Boogie-Woogie, geht's vor allem beim sonntäglichen „Abtanzen“ im Max'l (Max-Emanuel-Brauerei in der Schwabinger Adalbertstraße, ab 20.00 Uhr) so richtig rund.

    Es ist also nicht verwunderlich – um auf die Anfangsbemerkung dieses Textes zurückzukommen -, dass der eine oder andere im Boogie-Woogie den guten alten Rock 'n' Roll wiederzuerkennen glaubt. Schließlich steht auch beim heutigen Boogie-Woogie – neben dem Spaß am Tanzen – die Freude an der Musik der 40er- und 50er-Jahre im Mittelpunkt.

    Die Turnierregeln beim Boogie-Woogie sind von Land zu Land unterschiedlich. Es gibt ausgewählte internationale Musik-CDs des WRRCs, die meistens bei den Turnieren verwendet werden. International gibt es, wie schon oben genannt, 3 Klassen, die jeweils (mindestens) eine schnelle und eine langsame Runde tanzen müssen (ausgenommen die Juniorenklasse; in dieser Klasse werden auf internationalen Turnieren – auch in Deutschland – keine langsamen Runden getanzt).

    Auszug aus den wichtigsten Regeln:

    • Die langsame Runde wird zu einer Musikgeschwindigkeit von 30-32 Takten getanzt.
    • In der schnellen Runde tanzen Junioren und Senioren zu einem Tempo von 50 Takten, und die Allgemeine Klasse tanzt zu einem Tempo von 52 Takten.
    • Die durchschnittliche Tanzzeit beträgt international ca. 2 Minuten.
    • Es gibt noch Vor- und Hoffnungsrunden, um sich für das Finale zu qualifizieren.
    • Die langsame Runde wird ausschließlich von Finalpaaren der Main bzw. Seniorclass getanzt.
    • Es kommen maximal 7 Paare ins Finale.
    • Im Finale tanzt jedes Paar allein.
    • In den Vor-, Zwischen- und Hoffnungsrunden können mehrere Paare gleichzeitig tanzen (Paarungen werden ausgelost).
    • Es gibt 5-7 Wertungsrichter, die die Leistungen der Turnierpaare bewerten.
    • Im Finale (international) werden aus 4 Titeln die Musikstücke den Paaren zugelost. In den Vor-, Zwischen- und Hoffnungsrunden wird die Musik mittels Zufallsgenerators ausgesucht.
    • Man bewertet: Interpretation, Fußtechnik und Figuren.
    • Man sollte sich im Stil der 1950er-Jahre kleiden. (Anmerkung: Wunschtraum und weder in Deutschland noch international vorgeschrieben)
    • Es ist nicht erlaubt, Kleidungstücke bewusst wegzuwerfen.
    • Jedem Paar muss im Finale mindestens eine Tanzfläche von 3×3 Metern zustehen.

    Alle diese Regeln beziehen sich auf internationale Turniere des WRRCs.

    Typische Lieder für den Boogie-Woogie

    Name Interpret
    (Let Me Be Your) Teddy Bear Elvis Presley
    As Long As I'm Moving Ruth Brown
    Shake Rattle And Roll Bill Haley
    Who Put The B In The Boogie

    The Big Six

    A Wonderful Time Up There Pat Boone
    A Teenager In Love Dion And The Belmonts
    Wenn Du Musikalisch Bist Gitte
    Sugar Baby Peter Kraus
    • Entstehung: ~1930
    • Entstehungsort: USA
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 25-60+ Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge
    • Welttanzprogramm: Nein

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Boogie-Woogie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet