Jive

Verfasst von

in

Jive tanzendes Paar

Der Jive ist vom „Feeling“ her eigentlich wenig südamerikanisch. Hört man den Rhythmus, dann denkt man eigentlich mehr an Rock 'n' Roll oder Boogie als an Samba & Co. In der Tat stammt der Tanz aus Nordamerika und ist eine Mischung aus Boogie-Woogie und anderen Gesellschaftstänzen. Auch der Jive ist ein Tanz, bei dem es Temperament und Freude zum Ausdruck zu bringen gilt. Er wird im Vier-Viertel-Takt getanzt. Das Tempo ist nicht so übermäßig schnell wie beim Boogie-Woogie oder Rock 'n' Roll, aber dennoch kommt man mächtig ins Schwitzen, weil man viele Schritte innerhalb kurzer Zeit machen muss. Die Haltung ist beim Jive ein wenig lockerer als bei seinen lateinamerikanischen „Kollegen“. So hält man die Hände locker unten, jedoch immer auch mit einer Spannung in den Unterarmen (sonst sieht's mit der Führung schlecht aus…). Man tanzt den Jive nach moderner Auffassung ein klein wenig gehockt und mit „weichen Knien“. Die Knie werden nie ganz durchgestreckt und alle Bewegungen laufen fließend und federnd.

Jive ist eine Bezeichnung für einen Tanz, der vielfältige verwandte Vorläufer afroamerikanischen Ursprungs hat. Dazu gehören Lindy Hop, Blues und Swing aus den frühen 1930er-Jahren, Boogie-Woogie und Jitterbug aus den 1940er-Jahren sowie Rock ’n‘ Roll aus den 1950er-Jahren. Charakteristisch für alle diese Tanzformen war und ist ihre stimulierende Musik. Amerikanische Soldaten brachten die in den USA beheimateten Tänze um 1940 nach Europa, wo sie bei der Jugend schnell sehr beliebt wurden. Der Boogie wurde nach dem Krieg zur dominierenden Musikrichtung. Als „ordinärer“ Tanz fand er aber nicht nur Freunde. Tanzpapst Alex Moore äußerte, dass er nie zuvor etwas „Gräßlicheres“ gesehen hatte. Englische Tanzlehrer entwickelten, mit etwas langsamerer Musik, den eleganten und doch lebendigen Jive. 1968 wurde er als fünfter Turniertanz in die Gruppe der lateinamerikanischen Tänze aufgenommen. Seit 1976 gehört der Jive zum Welttanzprogramm. In England erfreut sich ein anderer Jive großer Beliebtheit. Anstelle der üblichen sechs Beats wird der Modern Jive wie der Lindy Hop auf acht Beats getanzt und bietet viele schnelle und komplexe Figuren, die man sonst nur im Discofox kennt.

getanzter Jive

Im Gegensatz zu Rumba und Cha-Cha-Cha wird die Merengue-Hüftbewegung getanzt, sodass die Hüfte über dem Standbein verbleibt und erst nach dem Gewichtswechsel auf die andere Seite wechselt. Die Schritte im Jive werden über den Ballen und die Innenkante der Füße angesetzt. Der Jive wird in der offenen Tanzhaltung getanzt, wobei der Herr mit seiner linken Hand die rechte Hand der Dame fasst. Eine enge Verwandtschaft besteht mit Boogie-Woogie und Rock 'n' Roll.

  • Entstehung: 1940
  • Entstehungsort: Nordamerika
  • Takt: 4/4
  • Geschwindigkeit: 44+ Takte pro Minute
  • Grundschrittlänge: 6 Schläge (8 Schritte) entsprechen eineinhalb Takten
  • Welttanzprogramm: Ja

Typische Lieder für den Jive

Name Interpret
Crazy Little Thing Called Love Michael Buble
Hello Mary Lou Pitney
Making Your Mind Up Bucks Fizz
Only The Good Die Young

Billy Joel

Schöner Fremder Mann Connie Francis
Waterloo Abba

Quellen:

  • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Jive aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
  • Meine Tanzlehrer
  • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet