Autor: johann

  • Foxtrott

    Paar tanzt Foxtrott

    Der Foxtrott ist so etwas wie der „Universaltanz“ unter den Standardtänzen. Das Markante an ihm ist, dass er fast durchgehend in gleichmäßigen, relativ langsamen Schritten getanzt wird, wobei ständig geschoben oder gezogen wird. Der Foxtrott wird im Vier-Viertel-Takt getanzt und selbst blutigen Anfängern dürfte es nicht schwerfallen, gleich den Rhythmus zu finden: Laaang, laaang, schnell-schnell, laaang, laaang, schnell-schnell usw., den ganzen Tanz lang.

    Im Prinzip kann man ihn auf viele Musikstücke tanzen, auch welche aus der aktuellen Hitparade. Das Musikstück sollte jedoch einigermaßen monoton sein. Ist das Stück zu schnell, dann steigt man auf den Quickstep um.

    Der Foxtrott nahm Elemente des Ragtime, Onestep, Twostep sowie des von Vernon und Irene Castle choreografierten Castle Walk auf. Der Name Foxtrott geht möglicherweise auf den Schauspieler Harry Fox zurück, der für sein damals populäres Varieté „Harry Fox & the Ziegfeld Follies“ Schritte aus Onestep und Castle Walk übernahm. Fox verbreitete so diesen Tanz in der Öffentlichkeit. Der Foxtrott wurde zum Synonym für eine Reihe von Geh- und Schreittänzen, von denen die meisten nicht mehr existieren.

    Nach Europa kam der Foxtrott erst nach dem Ersten Weltkrieg. 1920 wurde das vorhandene Schrittmaterial auf einer Konferenz in England zum ersten Mal geordnet. Seit 1924 unterscheidet man zwischen der langsamen Variante, dem Slowfox, und dem schnelleren Quickstep. Ins Welttanzprogramm wurde der Foxtrott 1963 mit aufgenommen, als Turniertanz wurde er jedoch nie verwendet.

    • Entstehung: 1910-1920
    • Entstehungsort: Nordamerika
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 40-52 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge entsprechen 1 1/2 Takten
    • Welttanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Foxtrott

    Name Interpret
    Ich hab dein Knie gesehn Henry Valentino
    Im Wagen vor mir Henry Valentino und Uschi
    Schön ist es auf der Welt zu sein Roy Black & Anita
    So viel Schwung Lonny Kellner, Peter René Kärn
    Wann wird’s mal wieder richtig Sommer? Rudi Carrell

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Foxtrott aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Der Tango

    Paar tanzt Tango

    Der Tango ist wohl der ausdrucksstärkste unter den Standardtänzen. Es gibt ihn als Tanz im 4/4- und 2/4-Takt. Es ist relativ schwer, den Tango zu beschreiben. Sicher ist er, ganz anders als die anderen runden Tänze, irgendwie abgehakt. Als Merker für den Schritt habe ich eins, zwei, Wie-ge-schritt, rück-seit-schluss. Was man auch noch sagen kann: Wenn man einen Tango hört, ist man absolut sicher: Das ist einer. Der bekannteste Tango, der mir so auf Anhieb einfällt, ist von Rainhard Fendrich: der Tango Korrupti.

    Im deutschen Sprachgebrauch wird Tango mit dem europäisierten Tango gleichgesetzt. Dagegen wird der ursprüngliche Tango, der aus Argentinien und Uruguay kommt, als Tango Argentino bezeichnet. Auch in den klassischen Tanzschulen wird fast immer die europäisierte Form unterrichtet. Die beiden Tangoformen unterscheiden sich erheblich in ihrem Charakter, Ausdruck und ihren Bewegungsformen. Um Verwechslungen zu vermeiden, verwendet dieser Artikel daher bevorzugt die Bezeichnung Internationaler Tango.

    Der Internationale Tango entstand um 1910 in Europa. Reisende der oberen gesellschaftlichen Klassen brachten von ihren Reisen nach Buenos Aires in Argentinien den Tango Argentino nach Paris in Frankreich. Die dortige konservative Oberschicht empfand den Tanz jedoch als „wild“ und „anstößig“ und wollte eine weitere Verbreitung vermeiden. Britische Choreografen nahmen sich schließlich des Tango Argentino an und passten ihn stilistisch den gesellschaftlich akzeptierten Standardtänzen an. Das Ergebnis war der Internationale Tango, der in seiner Form bis heute keine wesentlichen Veränderungen mehr erfahren hat. Zwischen 1910 und 1916 trugen Vernon und Irene Castle maßgeblich zur Entwicklung und Verbreitung des Internationalen Tango bei, unter anderem indem sie eine Tanzschule in New York City in den USA betrieben. Von 1958 bis 1960 wurde der Tango in Deutschland zu den Lateinamerikanischen Tänzen gerechnet, 1963 wurde er jedoch als Standardtanz in das Welttanzprogramm aufgenommen und gehört seither zum Standard-Repertoire der europäischen Tanzschulen.

    getanzter Tango

    In den 1990er Jahren wurde der Tango Argentino zusammen mit seinen verwandten Formen, der Milonga und dem Vals, sowie den lateinamerikanischen Tänzen Salsa, Merengue, Bachata und kubanischem Cha-Cha-Cha zum Modetanz und fand Anhänger in aller Welt. Auch in Europa und speziell in Deutschland hat sich seitdem eine große Tango-Argentino-Szene etabliert. Der Trend ging mit einer Back-to-the-Roots-Mentalität einher; die Tänzer strebten und streben noch heute danach, die Tänze in ihrer ursprünglichen Form zu tanzen. Das führte dazu, dass der Internationale Tango heute oft negativ als „verfälscht“ und „künstlich“ empfunden wird. Einige Tanzschulen reagierten auf diese Entwicklung, indem sie Tango Argentino in ihr Standard-Repertoire aufnahmen und im Gegenzug den Internationalen Tango weniger häufig unterrichteten. Des Weiteren wandelten viele Tango-Tänzer ihren Tanzstil ab, indem sie Tanzfiguren und Charakter des Tango Argentino übernahmen. Da der Internationale Tango als Turniertanz jedoch in ausführlichem Regelwerk festgeschrieben ist, blieben diese Änderungen geringfügig und wirkten sich nicht nachhaltig auf sein Erscheinungsbild aus.

    Einige Choreografen behaupten, die Aussage, der Internationale Tango sei aus dem Tango Argentino entstanden, sei falsch. Begründet wird diese Behauptung wie folgt: Um 1910, als in Europa der Internationale Tango entstand, war der Begriff „Tango“ in Lateinamerika noch wenig gebräuchlich. Die dort verbreitete Tanzform, aus der später der Tango Argentino wurde, hieß Canyengue und war nach Aussagen dieser Choreografen in Technik und Charakter dem heutigen Internationalen Tango viel ähnlicher als dem heutigen Tango Argentino. Da die heutige Form des Tango Argentino zudem erst deutlich nach 1910 aus dem Canyengue hervorging, müsse man sagen, der Internationale Tango sei vor dem Tango Argentino entstanden. Kritiker dieser Haltung bemängeln, es handele sich hierbei um Wortklauberei.

    Der Internationale Tango wird als „feurig“ und „leidenschaftlich“ charakterisiert; häufig geht dies mit Attributen wie „aggressiv“ und „gewaltsam“ einher, was als leidenschaftliche sexuelle Gewalt – ähnlich der Verbindung von Lust und Schmerz beim Geschlechtsakt – ausgelegt wird. Der Tango Argentino wird im Gegenzug ausschließlich mit Zärtlichkeit in Verbindung gebracht. Ursache für die subjektive Empfindung der Gewalttätigkeit des Internationalen Tango sind die abrupten Wechsel von Tempo und Bewegungsform: Lange, schleichende Gehschritte wechseln sich mit kleinen, zackigen Schritten ab, fließende mit abgehackten Bewegungen, das ruhige Dahingleiten der Oberkörper bildet einen Gegenpol zu den ruckartigen Drehungen der Köpfe. Ein besonderes Merkmal des Tangos ist seine gleichmäßige Schrittstruktur. Die Oberkörper bleiben während des Tanzes ruhig, alle Effekte werden nur aus der Körperhaltung des Paares zueinander erzeugt.

    • Entstehung: 1910
    • Entstehungsort: Europa
    • Takt: 2/4
    • Geschwindigkeit: 33-36 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge (8 Schritte) entsprechen 3 Takten
    • Welttanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Tango

    Name Interpret
    Der Pariser Tango Mireille Mathieu
    For The Millionth And The Last Elvis Presley
    Jealousy Billy Fury
    Please Mr. Brown Alma Cogan
    Tango Delle Rose Stanley Black Orchestra

    Quellen:

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    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Langsamer Walzer

    Paar tanzt langsamen Walzer

    Der Langsame Walzer (englisch Waltz) ist ein vergleichsweise langsamer Tanz. Er ist so um 1920 in England entstanden und wird auf Turnieren so um die 30 Takte schnell (langsam) getanzt. Die Musik für den langsamen Walzer werdet ihr wohl kaum in den Hitparaden finden. Ein paar bekannte Stücke gibt es aber schon. Elvis hat ein paar tolle Stücke gemacht, aus der neueren Generation fällt mir auf Anhieb nur „I Wonder Why“ ein.

    Um 1870 entwickelte sich in den USA eine sanftere Form des Wiener Walzers, die unter dem Namen Boston bekannt wurde. Diese Version behielt die für den Wiener Walzer charakteristischen drehenden Figuren bei, wurde aber in einem langsameren Tempo getanzt. Um 1920 entwickelte sich daraus in England der Langsame Walzer, der wegen seiner Herkunft auch „English Waltz“ genannt wird. Andere Quellen geben allerdings auch den österreichischen Ländler als „Urvater“ des Langsamen Walzers an. Wie auch immer, die Tänzer nutzen das langsamere Tempo, um den Walzer um weitere Figuren zu bereichern, die damit das Tanzen interessanter machen.

    getanzter langsamer Walzer

    Der Langsame Walzer ist seit 1963 Bestandteil des Welttanzprogramms. Er gilt als der harmonischste Standardtanz und wird häufig zur Eröffnung einer Tanzveranstaltung getanzt.

    Wichtig beim Langsamen Walzer ist der Schwung. Er wird auf dem zweiten Teil des ersten Taktschlags aufgebaut und dann auf „zwei, drei“ sanft abgebremst. Weiterhin gibt es das sogenannte „Heben und Senken“ oder auch „Rise and Fall“, das Absenken des Körpers durch Beugen der Knie vor dem ersten Schlag (Senken) sowie das Strecken der Knie und das Stehen auf dem Fußballen zum zweiten und dritten Schlag (Heben). Es gibt auch den sogenannten „Sway“, der die Neigung des gesamten Körpers relativ zum Parkett angibt, wobei die Bewegung vom Becken ausgehend, vergleichbar mit einem festen Block, gesteuert wird. Es wird in differenzierten Drehabschnitten getanzt, um den Schritt interessanter zu gestalten.

    • Entstehung: 1870
    • Entstehungsort: Nordamerika
    • Takt: 3/4
    • Geschwindigkeit: ca. 30 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 3 Schläge entsprechen einem Takt
    • Welttanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den langsamen Walzer

    Name Interpret
    Are You Lonesome Tonight Al Martino
    He'll Have To Go Hugo Strasser
    I Wonder Why Curtis Stigers
    Tennessee Waltz Anne Murray
    The Fair Is Moving On Elvis Presley

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Langsamer Walzer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Was tanzt man denn auf dieses Lied?

    Das kommt darauf an. Achtet einfach auf die erfahrenen Tänzer. Die können aus Arrangement und Rhythmus des Liedes schon heraushören, was am besten passt.

    Das bedeutet aber nicht, dass man auf einen Cha-Cha-Cha nicht auch Discofox tanzen könnte. Es wird euch auf keinen Fall jemand die Rübe abreißen, wenn ihr etwas anderes tanzt als die meisten auf der Tanzfläche. Es gibt nämlich wirklich Stücke, bei denen die Zuordnung nicht so einfach oder eindeutig ist. An dieser Stelle sagt der DJ aber meist etwas dazu. Dann hat sich die Sache auch wieder erledigt.

    Weitere Anregungen könnt ihr natürlich auch in unserer Tanzdatenbank finden. Dort haben wir für fast alle Tänze bekannte Songs zusammengestellt. Damit wird es ein Leichtes sein, ein passendes Stück zu finden.

  • Der Typ da auf der Tanzfläche ist wie die Axt im Walde!

    Wie soll ich mich auf der Tanzfläche verhalten? Dafür gibt es in der Tat ein paar Regeln.

    Diese Regeln dienen aber nur dazu, Unfällen und Kollisionen vorzubeugen. Bei einem bewegten Tanz wird immer gegen den Uhrzeigersinn getanzt. Lateintänze werden meist auf der Stelle getanzt. Da sucht man sich halt eine freie Stelle und tanzt dort. Wenn mehr los ist, dann muss man bei den Figuren aufpassen und einfach die Schritte etwas kleiner machen. Da der Mann führt, ist es auch seine Aufgabe, Kollisionen zu vermeiden. Er sollte Blickkontakt aufnehmen und schauen, wo es hingehen soll. Wenn es doch einmal gekracht hat, sollte man sich dafür entschuldigen. Eine kleine Geste ist da schon ausreichend.

  • Wie, was? Mit dir soll ich tanzen?

    Ein leidiges Thema ist es, eine Frau zum Tanz zu bitten. Wie soll das ablaufen, und was ist, wenn ich einen Korb bekomme? Nun, keine Panik. Das wird kaum geschehen. Es ist ein kleines ungeschriebenes Gesetz, dass man einer Aufforderung immer nachkommen sollte.

    Denke einfach mal daran: Wenn du jemandem einen Korb gibst, was passiert dann bei deiner nächsten Aufforderung? Auch die Damen können sich dann nicht so einfach herausreden: „Wir fordern doch nicht auf.“ Das ist nicht so. Auch Damen bitten wie Herren zum Tanz. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel. Wie sollst du mit jemandem tanzen, wenn du diesen Tanz noch gar nicht gelernt hast? Das klappt dann halt nicht. Das Gleiche gilt, wenn du dich gerade völlig erschöpft hingesetzt hast. Dann kann man selbstredend auf später vertrösten. Nur sollte man dann auch hingehen und das Versprechen einlösen.

  • Und was soll ich da anziehen?

    Für das Tanzen außerhalb von Turnieren ist es nicht notwendig, sich aufwendig fein zu machen. Bequeme, normale Kleidung ist vollkommen ausreichend. Wie immer und überall gelten die normalen Gesellschaftsregeln: Erlaubt ist, was gefällt. Jeans und Sweatshirt habe ich schon genauso oft gesehen wie Bundfaltenhose und Hemd.

    Was ich noch nicht auf Tanzabenden in der Tanzschule gesehen habe, ist ein echtes Tanzkleid oder Extremkleidung von Randgruppen (Punk, Gruftie). Nur mit den Schuhen ist das so eine Sache. Mit Turnschuhen wird man euch wohl kaum auf das Parkett lassen. Aber normale Slipper mit Ledersohle sind schon okay. Echte Tanzschuhe haben den Vorteil einer Wildledersohle, die optimalen Halt bei brauchbarer Drehfähigkeit bietet. Aber die habe ich auch erst im zweiten Jahr gekauft.

    Wie gesagt, der oben genannte „Dresscode“ ist für den Übungsabend in der Tanzschule. Auf Tanzbällen ist das schon etwas anders. Da sind für den Herrn mindestens eine Stoffhose, ein Hemd und ein Sakko angesagt. Ein Anzug wäre besser, ist aber nicht zwingend. Herren im Smoking habe ich auch schon gesehen, wobei dieser unbedingt bequem sitzen sollte. Für Damen gilt, einfach gesagt: ein Abendkleid. Eine feine Bluse mit Rock ist schon eher „underdressed“. Ihr werdet euch auch im kleinen Schwarzen oder im Cocktailkleid gut angezogen fühlen. Jedenfalls haben meiner Meinung nach auf einem Standard-/Lateintanzball eine Jeans und/oder ein Sweatshirt nichts verloren.

    Bei den großen Swing- oder Boogie-Veranstaltungen haben die meisten Leute Kleider im Stil der 1930er-Jahre an. Auch Jeans mit Boogie-Hemd habe ich schon gesehen. Das ist aber meiner Meinung nach nicht passend. Alles in allem ist der „Dresscode“ auf einem Swingball lockerer als bei einem Standard-/Lateinball, aber auch hier ist weder ein Pulli noch ein Sweatshirt passend.

  • Warum tanzen?

    „Hey, die Figur ist aber toll! Wo hast du denn das gelernt?“ So beginnt manche Unterhaltung am Rand einer Tanzfläche. Die bessere Frage lautet vielleicht: Warum stehen wir eigentlich nicht alle längst darauf? Tanzen verbindet Dinge, die sonst gerne auf verschiedene Termine verteilt werden: Bewegung, Musik, Konzentration, Begegnung und eine ordentliche Portion Spaß.

    Für mich bedeutet Tanzen zunächst, sich zur Musik zu bewegen. Das klingt einfach, und im Grunde ist es das auch. Ein Grundschritt muss nicht spektakulär sein. Entscheidend ist der Moment, in dem aus Zählen Bewegung wird und die Musik plötzlich nicht mehr nur aus dem Lautsprecher kommt, sondern durch die Füße geht. Wer dabei Freude empfindet, besitzt bereits die wichtigste Voraussetzung. Rhythmusgefühl, Haltung und Figuren kann man lernen. Begeisterung lässt sich schwerer unterrichten.

    Bewegung, die nicht nach Training aussieht

    Je nach Tanz und Tempo kann ein Abend vom gemütlichen Walzer bis zum schweißtreibenden Boogie Woogie alles bieten. Beine und Rumpf arbeiten, der Kreislauf kommt in Schwung, und bei Drehungen sind Gleichgewicht und Körperkontrolle gefragt. Anders als bei mancher Sportübung zählt man dabei selten die letzten zehn Sekunden bis zum Ende. Meist wundert man sich eher, warum das Lied schon vorbei ist.

    Dass diese Bewegung mehr ist als nur ein angenehmer Zeitvertreib, zeigen auch Untersuchungen. Eine systematische Übersicht über 18 Tanzprogramme mit älteren Erwachsenen fand besonders häufig Verbesserungen bei Muskelkraft und Ausdauer, Gleichgewicht und allgemeiner körperlicher Leistungsfähigkeit. Die einzelnen Studien waren unterschiedlich aufgebaut und nicht alle gleich aussagekräftig. Das Ergebnis ist deshalb kein Versprechen für jeden Tänzer, aber ein guter Hinweis darauf, dass regelmäßiges Tanzen eine vernünftige Form körperlicher Aktivität sein kann.

    Der Kopf tanzt mit

    Beim Tanzen hat das Gehirn keine Gelegenheit, sich gelangweilt in eine Ecke zu setzen. Es muss Musik und Takt verarbeiten, Schrittfolgen abrufen, Bewegungen planen, den Raum beobachten und beim Paartanz auch noch auf einen zweiten Menschen reagieren. Kommt eine neue Figur hinzu, beginnt das Ganze von vorn. Was im Kurs zunächst wie ein Knoten aus Armen und Beinen wirkt, läuft nach einiger Übung beinahe von selbst. Genau dieses Lernen macht einen großen Teil des Reizes aus.

    Eine kleine Studie aus Magdeburg verglich bei gesunden älteren Menschen über 18 Monate ein Tanzprogramm mit herkömmlichem Fitnesstraining. In beiden Gruppen zeigten sich Veränderungen in Bereichen des Hippocampus, einer für Lernen und Gedächtnis wichtigen Hirnregion. Nur die Tanzgruppe verbesserte sich jedoch deutlich im untersuchten Gleichgewichtstest. Das ist interessant, aber kein Beweis dafür, dass Tanzen Demenz verhindert. Dafür war die Gruppe mit 26 Personen viel zu klein. Es zeigt vielmehr, wie viele körperliche und geistige Aufgaben beim Tanzen gleichzeitig zusammenspielen.

    Ein Gespräch ohne viele Worte

    Paartanz ist Kommunikation. Einer schlägt eine Richtung oder Figur vor, der andere nimmt das Signal auf und antwortet mit seiner Bewegung. Gute Führung bedeutet dabei nicht Schieben und Ziehen, sondern ein klares, angenehmes Angebot. Ebenso wichtig ist aufmerksames Folgen. Wenn beides gelingt, entsteht für ein paar Minuten ein Gespräch, für das niemand den passenden Satz suchen muss.

    Viele Menschen gehen tatsächlich in einen Tanzkurs, um andere kennenzulernen. Warum auch nicht? Beim Tanzen ergibt sich der Kontakt nicht mühsam aus einem erfundenen Gesprächsanlass, sondern aus einer gemeinsamen Aufgabe. Man übt miteinander, verwechselt zusammen die Füße und hat sofort etwas zu lachen. Aus Tanzbekanntschaften können Freundschaften, Trainingsgemeinschaften und manchmal auch Partnerschaften entstehen. Das sollte nicht der einzige Grund zum Tanzen sein, ist aber ganz sicher kein schlechter.

    Abschalten, ohne stillzusitzen

    Wer versucht, im richtigen Takt einen Richtungswechsel zu führen, kann gleichzeitig nur schwer die unbeantworteten E-Mails des Tages durchgehen. Tanzen verlangt Aufmerksamkeit für den Augenblick. Musik, Bewegung und Kontakt holen den Kopf aus dem Alltag, wenigstens für die Dauer eines Liedes. Eine Metaanalyse von 41 kontrollierten Studien fand positive Wirkungen von Tanz und Tanztherapie auf verschiedene psychologische Gesundheitsmaße. Die Ergebnisse unterschieden sich allerdings deutlich zwischen den Studien. Tanzen ersetzt deshalb keine notwendige Behandlung, kann Wohlbefinden und Lebensqualität aber sinnvoll unterstützen.

    Dazu kommt etwas, das in Tabellen nur schwer zu messen ist: Tanzen erlaubt Ausdruck. Ein Tango fühlt sich anders an als ein Quickstep, ein Blues anders als eine Salsa. Man kann elegant, verspielt, ruhig oder ausgelassen tanzen, ohne dafür eine Erklärung abgeben zu müssen. Selbst eine feste Schrittfolge lässt genügend Platz für eine eigene Haltung zur Musik. Und wenn dabei eine neue Figur entsteht, war es selbstverständlich Improvisation und kein Fehler.

    Welcher Tanz ist der richtige?

    Der Tanz, dessen Musik du gerne hörst. Wer Swing liebt, wird mit Lindy Hop oder Boogie Woogie wahrscheinlich glücklicher als in einem Kurs, dessen Lieder ihn kaltlassen. Wer es ruhig und innig mag, kann beim Tango Argentino landen. Salsa ist gesellig und temperamentvoll, Standardtänze bieten Haltung und Raum, und beim freien Tanzen braucht man weder Partner noch Figurenkatalog. Alter, Statur und vermeintliches Talent sind weniger wichtig als ein Kurs, dessen Tempo und Atmosphäre passen.

    Am Anfang wird man Schritte vergessen, auf die falsche Seite starten und gelegentlich dort stehen, wo gerade der Partner hinwollte. Das gehört dazu. Niemand kommt als fertiger Tänzer zur ersten Stunde. Wer regelmäßig übt, merkt bald, dass der Körper Bewegungen versteht, über die der Kopf anfangs lange nachdenken musste.

    Warum also tanzen? Weil Bewegung mit Musik leichter fällt. Weil der Kopf beschäftigt ist, ohne dass es sich nach Arbeit anfühlt. Weil man anderen Menschen begegnet. Weil ein gelungener gemeinsamer Takt ein kleines Erfolgserlebnis ist. Vor allem aber: weil Tanzen Spaß macht. Das ist wissenschaftlich vielleicht der am schwersten zu messende Grund, auf der Tanzfläche aber immer noch der überzeugendste.

    Wer noch mehr Argumente sucht, findet sie im älteren Beitrag Die zehn besten Gründe, um Lindy Hop zu tanzen. Viel besser ist allerdings der Selbstversuch: Musik an, Platz schaffen und anfangen.

    Quellen

  • Willkommen bei www.swing-ballroom.de

    Ballroom TanzenIhr könnt hier Informationen rund um das Thema Tanzen finden. Beschreibungen der mir bekannten Tänze, ein Forum und einen Terminkalender für Tanzveranstaltungen im Großraum München. Angefangen habe ich mit dieser Site, weil es für den ländlichen Bereich in Erding (Dorfen, Taufkirchen) kaum Webseiten gibt, die sich mit Swing und Boogie Woogie beschäftigen.

    Dann kamen immer mehr Anfragen: Du tanzt doch auch Standard und Latein, bring doch da noch was. Die echte Boogie-Szene ist aber in München etc. Da habe ich mich entschlossen, das Ganze so aufzuziehen, wie ihr es jetzt hier seht.

    Ich trage alle Veranstaltungen, die ich finde und für gut befinde, in den Kalender ein, bringe immer wieder mal im Forum Beiträge zu Workshops und Tanzpartys / Tanzbällen. Das ist, was ich bieten kann. Es wäre natürlich ganz toll, wenn sich noch ein paar Leute finden würden, die auch Beiträge schreiben. Wie immer lebt eine Community von denen, die daran arbeiten.