Kategorie: Tanzlexikon

  • Jive

    Jive tanzendes Paar

    Der Jive ist vom „Feeling“ her eigentlich wenig südamerikanisch. Hört man den Rhythmus, dann denkt man eigentlich mehr an Rock 'n' Roll oder Boogie als an Samba & Co. In der Tat stammt der Tanz aus Nordamerika und ist eine Mischung aus Boogie-Woogie und anderen Gesellschaftstänzen. Auch der Jive ist ein Tanz, bei dem es Temperament und Freude zum Ausdruck zu bringen gilt. Er wird im Vier-Viertel-Takt getanzt. Das Tempo ist nicht so übermäßig schnell wie beim Boogie-Woogie oder Rock 'n' Roll, aber dennoch kommt man mächtig ins Schwitzen, weil man viele Schritte innerhalb kurzer Zeit machen muss. Die Haltung ist beim Jive ein wenig lockerer als bei seinen lateinamerikanischen „Kollegen“. So hält man die Hände locker unten, jedoch immer auch mit einer Spannung in den Unterarmen (sonst sieht's mit der Führung schlecht aus…). Man tanzt den Jive nach moderner Auffassung ein klein wenig gehockt und mit „weichen Knien“. Die Knie werden nie ganz durchgestreckt und alle Bewegungen laufen fließend und federnd.

    Jive ist eine Bezeichnung für einen Tanz, der vielfältige verwandte Vorläufer afroamerikanischen Ursprungs hat. Dazu gehören Lindy Hop, Blues und Swing aus den frühen 1930er-Jahren, Boogie-Woogie und Jitterbug aus den 1940er-Jahren sowie Rock ’n‘ Roll aus den 1950er-Jahren. Charakteristisch für alle diese Tanzformen war und ist ihre stimulierende Musik. Amerikanische Soldaten brachten die in den USA beheimateten Tänze um 1940 nach Europa, wo sie bei der Jugend schnell sehr beliebt wurden. Der Boogie wurde nach dem Krieg zur dominierenden Musikrichtung. Als „ordinärer“ Tanz fand er aber nicht nur Freunde. Tanzpapst Alex Moore äußerte, dass er nie zuvor etwas „Gräßlicheres“ gesehen hatte. Englische Tanzlehrer entwickelten, mit etwas langsamerer Musik, den eleganten und doch lebendigen Jive. 1968 wurde er als fünfter Turniertanz in die Gruppe der lateinamerikanischen Tänze aufgenommen. Seit 1976 gehört der Jive zum Welttanzprogramm. In England erfreut sich ein anderer Jive großer Beliebtheit. Anstelle der üblichen sechs Beats wird der Modern Jive wie der Lindy Hop auf acht Beats getanzt und bietet viele schnelle und komplexe Figuren, die man sonst nur im Discofox kennt.

    getanzter Jive

    Im Gegensatz zu Rumba und Cha-Cha-Cha wird die Merengue-Hüftbewegung getanzt, sodass die Hüfte über dem Standbein verbleibt und erst nach dem Gewichtswechsel auf die andere Seite wechselt. Die Schritte im Jive werden über den Ballen und die Innenkante der Füße angesetzt. Der Jive wird in der offenen Tanzhaltung getanzt, wobei der Herr mit seiner linken Hand die rechte Hand der Dame fasst. Eine enge Verwandtschaft besteht mit Boogie-Woogie und Rock 'n' Roll.

    • Entstehung: 1940
    • Entstehungsort: Nordamerika
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 44+ Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge (8 Schritte) entsprechen eineinhalb Takten
    • Welttanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Jive

    Name Interpret
    Crazy Little Thing Called Love Michael Buble
    Hello Mary Lou Pitney
    Making Your Mind Up Bucks Fizz
    Only The Good Die Young

    Billy Joel

    Schöner Fremder Mann Connie Francis
    Waterloo Abba

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Jive aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Paso Doble

    Pasodoble tanzendes Paar

    Er wird heutzutage eher selten auf Tanzpartys gespielt, was zum einen auf den im wahrsten Sinne des Wortes aus der Reihe tanzenden Stil zurückzuführen ist, der teilweise sehr militärisch anmutet. Zum anderen gibt es aber auch wenige Musikstücke, auf die sich ein Paso Doble würdevoll tanzen lässt. Der Herr übernimmt beim Paso Doble die Rolle des Toreros und die Dame – falsch, nicht die Rolle des Stieres, sondern die des roten Tuches, welches der stolze „Spanier“ umherschwingen darf – aber wie sollte die Dame auch einen Stier tänzerisch darstellen? Zum Ende des Raumes gehen, schnauben und dann los? Die Schritte werden beim Paso Doble mit wenigen Ausnahmen durchgehend im gleichmäßigen Tempo gesetzt. Markantes Merkmal des Paso-Doble-Schrittes ist der sogenannte „Appell“, ein herausforderndes Aufstampfen, durch das er einen leichten „Flamenco-Touch“ erhält. Vielen Nachwuchs-Toreros macht dies richtig Spaß und sie stampfen so herzhaft auf, als wollten sie die Leisten durch den Boden treten.

    Der Paso Doble ist ein spanischer Tanz, wird aber traditionellerweise den lateinamerikanischen Tänzen zugeordnet. Er entstand im 19. Jahrhundert in Spanien und wird seit 1919 getanzt. Seit 1945 ist er Turniertanz und seit 1963 im Welttanzprogramm enthalten. Der Paso Doble ist ein progressiver Tanz, das heißt, man bewegt sich während des Tanzens durch den Saal. Er ist der schnellste der im Welttanzprogramm vorhandenen Lateintänze.

    Unter dem Paso Doble versteht man die tänzerische Interpretation des Stierkampfes. Der Herr tanzt den Torero, die Dame stellt das rote Tuch (Muleta oder Capa genannt), eine Flamencotänzerin oder den Schatten des Toreros dar.

    Der Paso Doble ist eine Ausnahme in den lateinamerikanischen Tänzen. Dies zeigt sich in Haltung, Schritten und der anzustrebenden durchgängigen Phrasierung der Figuren. Der Tanz wird mit stolz erhobenem Haupt getanzt, die Schulterblätter werden nach hinten und unten gezogen, das Gewicht leicht nach vorne verlagert, durch Anspannen der Oberschenkel wird die Leiste aber weiter nach vorne gebracht, der Schwerpunkt liegt so hinter der Hüfte. Durch gleichzeitige Anspannung der Bauchmuskulatur wird verhindert, dass sich der Brustkorb nach oben wegbewegt, also öffnet. Die Ellbogen liegen weiter nach hinten als sonst üblich, durch die Tendenz nach vorne bleibt der Abstand im Paar aber gleich.

    Schrittvorbereitende Hüftbewegungen wie in Rumba und Cha-Cha-Cha entfallen; raumgreifende Schritte werden vielmehr mit der Ferse angesetzt. Paso Doble ist ja ein Marschtanz; das heißt keineswegs, dass jeder Schritt auf einen Taktschlag auszuführen wäre und noch weniger, dass der Schritt gleichmäßig über den zur Verfügung stehenden Zeitraum durchgeführt würde – vielmehr gibt es Beschleunigungen innerhalb eines Schrittes.

    Die Haltung des Herrn stellt den Matador mit seiner Capa dar: Der Rücken ist gebogen, die gerundeten Arme stehen unter fester Spannung. Ein Körperkontakt zur Dame findet selten statt, etwa in den Achsen. Es wäre ja auch unlogisch, weil lebensgefährlich, wenn der Stierkämpfer die Capa dauernd an seinen Körper halten würde.

    Die Phrasierung der Musik des Paso Doble ist durch die Choreographie widerzuspiegeln. An zwei Stellen der Musik, den Höhepunkten, wird eine statische Pose eingenommen. Häufig wird zu Beginn einer Phrase auf „eins und“ ein sogenannter Appell getanzt, ein plötzliches Umlenken der stationären, höheren Körperhaltung in eine Vorwärtsbewegung (Attacke genannt, wenn dies in Richtung der Dame ausgeführt wird). Chassés werden häufig getanzt. Armbewegungen werden schnell und in einer einzigen, runden Bewegung durchgeführt, also nicht mit Einsatz des Ellenbogens.

    Technik im Sinne von Schritttechnik ist im Paso Doble kein zentrales Thema. Auffällig sind Drehungen. Im Hinblick auf die Lage der Achse, die durch die Bogenspannung bedingt ist, gilt: Sie liegt größtenteils außerhalb der Körper von Dame und Herrn (macht Platz für den Stier) und ermöglicht das plötzliche Verändern der Lage dieser Achse (= Ausweichen vorm Stier). Zusätzlich stehen die Achsen in der Regel nicht senkrecht. Bei der Ausführung aller Figuren ist daran zu denken, was sie im Rahmen des Stierkampfes bedeuten sollen. Hohe Sprünge in die Luft etwa sind daher nicht sinnvoll. Typisch ist aber beispielsweise die erhobene Position des Herrn auf den hohen Fußballen, mit beiden Händen hoch über dem Kopf: bereit zum Todesstoß. Erfahrene Tanzsport-Trainer erzählen, dass sie eigens nach Spanien in die Stierkampfschulen gereist sind, um das Wesen des Stierkampfes besser in den Tanz umsetzen zu können.

    Die Musik des Paso Doble war ursprünglich im 3/8-Takt, später im 2/4-, 3/4- und 3/8-Takt. Als Tanzmusik wird heute nur der 2/4-Takt gebraucht. Das Tempo beträgt etwa 58 bis 62 Takte pro Minute. Bei Turnieren tanzt man (gemäß der Turnier- und Sportordnung des Deutschen Tanzsportverbandes) 60 bis 62 Takte pro Minute.

    • Entstehung: ca. 1910
    • Entstehungsort: Spanien
    • Takt: 2/4
    • Geschwindigkeit: 60–62 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge entsprechen eineinhalb Takten
    • Welttanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Paso Doble

    Name Interpret
    Don't Let Me Be Misunderstood Santa Esmeralda
    El Gato Montes Hugo Strasser
    March of toys

    Werner Muller

    You'll Be Gone

    Elvis Presley

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Paso Doble aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Stil und Haltung

    offene Lateintanzhaltung

    Die Haltung in den lateinamerikanischen Tänzen: Der Herr und die Dame stehen sich mit etwas Abstand genau gegenüber, nicht versetzt wie vorhin besprochen. Für Männer unter den Lesern gilt: Die rechte Hand ist am linken Schulterblatt der Dame. Für die Frauen gilt: Die linke Hand auf den rechten Oberarm des Herrn auflegen. Beide Arme sind dabei fast gestreckt. Die Führungshände sind gefasst und bilden fast einen rechten Winkel in der Beuge.

    Zum Tanzstil gibt es Folgendes zu erwähnen. Die lateinamerikanischen Tänze sind offene Tänze. Konkret bedeutet dies, dass sich beide Partner relativ oft trennen und dabei offen tanzen. Die Tänze werden durchgehend temperamentvoll ausgeführt, und wichtig ist nicht allein das Setzen der Schritte, sondern auch die Hüftbewegung. Um dies richtig zu lernen, sollte man sich in eine Tanzschule begeben – an dieser Stelle kann darauf nicht näher eingegangen werden. Bei den Vorwärtsschritten wird fast durchgehend der Ballen zuerst aufgesetzt, nicht die Ferse – das gilt für beide Beteiligten. Der aufrechte Blick kann auch nicht schaden, auch wenn es einen natürlich immer interessiert, wie und wo man den nächsten Fuß hinsetzt … Der Herr übernimmt die Führung, die Dame darf dafür die schweren Schritte tanzen. Er führt sie durch Druckimpulse oder Armbewegungen in die jeweilige Tanzfigur oder Richtung.

    Die im Welttanzprogramm definierten Lateintänze sind:

  • Boogie-Woogie

    getanzter Boogie-Woogie

    Der Boogie ist wohl der faszinierendste Tanz von allen durch seine Offenheit in den Schrittfolgen, die swingende Musik, die vielen Grundschritte und so manches mehr. Ja, ihr habt richtig gelesen, es gibt im Boogie nicht nur den einen Grundschritt wie in den anderen Tänzen.

    Es gibt allein schon drei Basisvarianten, wobei dann ein Vierer-, ein Sechser- oder sogar ein Achterschritt dabei herauskommt. Von diesen Grundschritten gibt es dann noch Variationen.

    „Ihr könnt aber toll Rock 'n' Roll tanzen!“ – Welche(r) Boogie-Woogie-Tänzer(in) ist beim Tanzen in der Disco nicht schon mindestens einmal über diese Beifallsbekundung begeisterter Zuschauer 'gestolpert'? Die Richtigstellung, es handle sich gar nicht um Rock 'n' Roll, sondern um Boogie-Woogie, ruft bei den Discofreaks meist nur ein verdutztes „Ach so?!“ hervor.

    Tatsächlich handelt es sich beim Boogie-Woogie um einen Vorläufer des Rock 'n' Roll. Beide Tänze haben sozusagen einen gemeinsamen „Großvater“, den Swing. Dessen Wurzeln liegen in den Musikkneipen der US-amerikanischen Schwarzenghettos Ende der 20er-Jahre.

    In einem dieser Etablissements, dem „New York Savoy Ballroom“ im Herzen Harlems, wurde mit dem Swing erstmalig ein Paartanz kreiert, der nicht auf vorgeschriebenen Schrittfolgen basierte, sondern allein von der Improvisation der Tänzer und Tänzerinnen lebte. Der Tanz schien geradezu revolutionär: (Fast) alles war erlaubt – Hauptsache, die Paare bewegten sich im Takt der Musik. So konnte sich beim Swingtanz die spielerische Bewegungsphantasie der Schwarzen mit typisch weißen Tanzelementen vermischen.

    Nur wenig später erfuhr der Swing eine Abwandlung in Form des Lindy Hop. Der Name war gut gewählt, denn genau wie beim Jahrhundertflug des amerikanischen Flugpioniers Charles Lindbergh flogen beim Lindy Hop die Damen durch die Luft, wurden von ihren Tanzpartnern über den Kopf geworfen und um die Hüften gewickelt. Nicht zuletzt durch die Darstellung der verrückten Tanzfiguren und -szenen in Filmen der Marx Brothers oder dem Kultfilm „Im Himmel ist die Hölle los“ erfuhr der Lindy Hop einen enormen Bekanntheitsgrad, der in der heutigen Zeit sogar eine Renaissance erlebt. Zahlreiche deutsche Lindy-Paare treffen sich regelmäßig mit Gleichgesinnten aus anderen Ländern zu Meisterschaften, Tanzveranstaltungen und -seminaren.

    getanzter Boogie-Woogie

    Eine weitere – wenn auch nicht ganz so bekannte – Swing-Variation nannte sich Jitterbug. Den Namen soll der schwarze Musiker Cab Calloway erfunden haben. Er verglich die sich nach seiner Musik wild gebärdenden Tanzpaare mit „Zitterkäfern“.

    In Deutschland wurde die Swingmusik erstmals in den 30er-Jahren bekannt. Von den Nationalsozialisten verpönt, waren die „exotisch-abartige“ Musik und der Tanz von tanzwütigen jungen Pärchen Mitte der 30er-Jahre und in den 40er-Jahren als willkommene Abwechslung zum gleichmachenden Marschrhythmus. Der Mitte der 90er-Jahre produzierte Kinofilm „Swing Kids“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie die Machthaber die Verbindung aus Jugendprotest und purem Spaß am Tanzen als undeutsches Element zu unterdrücken versuchten.

    Nach dem Untergang des „Tausendjährigen Reiches“ schwappte dann die Swingmusik, vorgetragen von riesigen Bigbands, unaufhaltsam über den Großen Teich. Und mit der Musik kam ein ganz neuer Tanz – der Boogie-Woogie.

    Diesmal handelte es sich jedoch nicht nur um eine reine Namensänderung des Swingtanzes – die Swingmusik selbst hatte eine Veränderung erfahren. Der gute alte Blues war in Amerika neu überarbeitet worden, mit einer fließenden Pianospielweise, aufgebaut auf der Bassbegleitung der linken Hand.

    Das spiegelte sich auch im Tanzstil wider: Obwohl der Boogie-Woogie im Prinzip so getanzt wurde wie der Swing, kamen die Paare nicht ins Schaukeln. Dazu war bei der schnellen Musik gar keine Zeit. Rasend schnelle Füße, allein aus der Hüfte getanzt – genau das richtige Mittel, um im zerstörten Deutschland einer aufgestauten Amüsierwut Platz zu schaffen, alles Bedrückende abzustoßen. Der Boogie-Rhythmus, viel schneller als zuvor beim Swing, war wie ein Rausch, der oft bis zur körperlichen Erschöpfung ausgelebt, getanzt wurde.

    In den 50er-Jahren stellte sich allmählich wieder ein Leben in geordneten Bahnen ein. Viele Jugendliche empfanden das Bemühen ihrer Eltern, eine heile Nachkriegswelt aufzubauen, als bieder – ja verabscheuungswürdig. Da war der aus den Vereinigten Staaten kommende Rock 'n' Roll mit seinen heißen Texten, der fetzig-hämmernden Musik, dem wilden Tanz und dem extravagant-modischen Outfit genau das richtige Mittel, bestehende Konventionen umzustoßen. Man hörte, tanzte und – man lebte Rock 'n' Roll.

    Berlin war unumschränkte Hochburg. Von 1950 bis 1958 wurden alle deutschen Meisterschaften im Boogie-Woogie und Rock 'n' Roll in unserer Stadt ausgetragen. Berliner Tänzer wie Horst Todt, deutscher Meister 1950 und 1951, und Kalle Gaffkus, der einzige deutsche Rock-'n'-Roll-Weltmeister der 50er-Jahre und vierfacher deutscher Meister (1953-56), setzten Akzente.

    Paar tanzt Boogie-Woogie

    In unserer heutigen Zeit hat sich der Rock 'n' Roll zu einem reinen Turnhallen- und Turniersport entwickelt, der nur noch den Namen mit dem einstigen wilden Tanz und dem Flair der 50er-Jahre gemein hat. Bei den Turnieren – einer Mischung aus Jazz Dance und Akrobatik – hört man Disco-Musik, die sich für die hüfthohen Fußkicks besonders gut eignet. Nur wenige der im poppigen Aerobic-Outfit gekleideten Paare sind über 30 – ältere könnten bei diesem auf absolute Höchstleistungen ausgerichteten Akrobatiksport kaum mithalten.

    Doch auch der Boogie-Woogie-Tanz ist moderner geworden. Heute erinnert sein 8er-Grundschritt mehr an den Rock 'n' Roll der 50er-Jahre als an den super-schnellen Boogie der späten 40er. Statt nach typischer Pianomusik tanzt man hier auch schon mal nach „Rock around the Clock“ und anderen Rock-'n'-Roll-Oldies. Zu Turnieren erscheinen die Paare meist in Petticoats, Sakkos und Hosenträgern, bei einschlägigen Freizeit-Tanzveranstaltungen wird in normaler Straßenkleidung gerockt.

    Dabei fließen heute immer mehr Swingelemente in den Boogietanz ein – eine Entwicklung, die sich auch am veränderten Musikgeschmack der Tänzerinnen und Tänzer ablesen lässt. So treffen sich die Berliner Boogie- und Swingtanzpaare regelmäßig freitags im „Swingin' Ballroom“ des Grünen Salons, wo sie zu Livebands wie Jive Sharks, Jumpin' Jackets oder Boogie Radio Orchestra den Tanzboden erzittern lassen. In München, der Hochburg des Boogie-Woogie, geht's vor allem beim sonntäglichen „Abtanzen“ im Max'l (Max-Emanuel-Brauerei in der Schwabinger Adalbertstraße, ab 20.00 Uhr) so richtig rund.

    Es ist also nicht verwunderlich – um auf die Anfangsbemerkung dieses Textes zurückzukommen -, dass der eine oder andere im Boogie-Woogie den guten alten Rock 'n' Roll wiederzuerkennen glaubt. Schließlich steht auch beim heutigen Boogie-Woogie – neben dem Spaß am Tanzen – die Freude an der Musik der 40er- und 50er-Jahre im Mittelpunkt.

    Die Turnierregeln beim Boogie-Woogie sind von Land zu Land unterschiedlich. Es gibt ausgewählte internationale Musik-CDs des WRRCs, die meistens bei den Turnieren verwendet werden. International gibt es, wie schon oben genannt, 3 Klassen, die jeweils (mindestens) eine schnelle und eine langsame Runde tanzen müssen (ausgenommen die Juniorenklasse; in dieser Klasse werden auf internationalen Turnieren – auch in Deutschland – keine langsamen Runden getanzt).

    Auszug aus den wichtigsten Regeln:

    • Die langsame Runde wird zu einer Musikgeschwindigkeit von 30-32 Takten getanzt.
    • In der schnellen Runde tanzen Junioren und Senioren zu einem Tempo von 50 Takten, und die Allgemeine Klasse tanzt zu einem Tempo von 52 Takten.
    • Die durchschnittliche Tanzzeit beträgt international ca. 2 Minuten.
    • Es gibt noch Vor- und Hoffnungsrunden, um sich für das Finale zu qualifizieren.
    • Die langsame Runde wird ausschließlich von Finalpaaren der Main bzw. Seniorclass getanzt.
    • Es kommen maximal 7 Paare ins Finale.
    • Im Finale tanzt jedes Paar allein.
    • In den Vor-, Zwischen- und Hoffnungsrunden können mehrere Paare gleichzeitig tanzen (Paarungen werden ausgelost).
    • Es gibt 5-7 Wertungsrichter, die die Leistungen der Turnierpaare bewerten.
    • Im Finale (international) werden aus 4 Titeln die Musikstücke den Paaren zugelost. In den Vor-, Zwischen- und Hoffnungsrunden wird die Musik mittels Zufallsgenerators ausgesucht.
    • Man bewertet: Interpretation, Fußtechnik und Figuren.
    • Man sollte sich im Stil der 1950er-Jahre kleiden. (Anmerkung: Wunschtraum und weder in Deutschland noch international vorgeschrieben)
    • Es ist nicht erlaubt, Kleidungstücke bewusst wegzuwerfen.
    • Jedem Paar muss im Finale mindestens eine Tanzfläche von 3×3 Metern zustehen.

    Alle diese Regeln beziehen sich auf internationale Turniere des WRRCs.

    Typische Lieder für den Boogie-Woogie

    Name Interpret
    (Let Me Be Your) Teddy Bear Elvis Presley
    As Long As I'm Moving Ruth Brown
    Shake Rattle And Roll Bill Haley
    Who Put The B In The Boogie

    The Big Six

    A Wonderful Time Up There Pat Boone
    A Teenager In Love Dion And The Belmonts
    Wenn Du Musikalisch Bist Gitte
    Sugar Baby Peter Kraus
    • Entstehung: ~1930
    • Entstehungsort: USA
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 25-60+ Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge
    • Welttanzprogramm: Nein

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Boogie-Woogie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Jitterbug

    Wer beim Namen Jitterbug an schnelle Füße, fliegende Röcke und ausgelassene Paare denkt, liegt schon ziemlich richtig. Trotzdem ist Jitterbug nicht ganz so leicht einzuordnen wie Walzer oder Cha-Cha-Cha. Der Begriff bezeichnete vor allem in den 1930er- und 1940er-Jahren eine ganze Familie lebhafter Swingtänze. Häufig war damit der Lindy Hop gemeint, je nach Zeit und Ort konnten aber auch Elemente aus Charleston, Shag, Balboa oder später dem Jive dazugehören.

    Die Wurzeln liegen in der afroamerikanischen Tanz- und Musikkultur der USA. In den Tanzsälen und Juke Joints entwickelten Tänzerinnen und Tänzer zu Jazz und Swing immer neue Schritte. Eine besondere Rolle spielte der Savoy Ballroom in Harlem. Dort trafen unterschiedliche Tanzstile aufeinander, und dort wurde der Lindy Hop zu einer der großen Attraktionen der Swingära. Namen wie George „Shorty“ Snowden, Frankie Manning und die Whitey’s Lindy Hoppers sind mit dieser Entwicklung eng verbunden.

    Der Name klingt fast so lebhaft wie der Tanz. Das englische Wort „jitter“ lässt sich ungefähr mit Zittern, Nervosität oder Unruhe übersetzen, während „bug“ unter anderem Käfer bedeutet. Ein Jitterbug wäre demnach sinngemäß ein „Zitterkäfer“. Der Bandleader Cab Calloway machte den Ausdruck Mitte der 1930er-Jahre mit dem Lied „Call of the Jitter Bug“ und seinen Bühnenauftritten weithin bekannt. Dass er den Namen tatsächlich erfunden hat, lässt sich allerdings nicht sicher belegen.

    Was macht den Jitterbug nun aus? Vor allem die federnde Bewegung, das spielerische Führen und Folgen und die Freiheit, spontan auf die Musik zu reagieren. Die Paare tanzen meist in offener oder halb offener Haltung, wechseln aber immer wieder in eine geschlossene Position. Drehungen, Platzwechsel, Kicks und Break-Aways, bei denen sich beide voneinander lösen und eigene Schritte zeigen, gehören zum typischen Bild. Der Oberkörper bleibt dabei vergleichsweise locker, während Füße und Beine oft erstaunlich schnell arbeiten.

    Einen einzigen verbindlichen Grundschritt gibt es nicht. Manche Formen werden über sechs Schläge getanzt, andere über acht. Das ist kein Fehler, sondern gehört zur Geschichte des Jitterbugs. Als Sammelbegriff nahm er unterschiedliche regionale und tänzerische Varianten auf. Wer Lindy Hop tanzt, erkennt deshalb viele Bewegungen wieder; wer Jive oder Boogie-Woogie gewohnt ist, findet ebenfalls schnell vertraute Elemente.

    Besonders spektakulär sind die akrobatischen Figuren, die man aus alten Filmaufnahmen kennt. Bei sogenannten Aerials wird ein Partner gehoben, geworfen oder über Hüfte und Rücken geführt. Solche Figuren wurden vor allem von Showgruppen wie Whitey’s Lindy Hoppers berühmt gemacht. Auf einer normalen Tanzfläche gehören sie jedoch nicht zum Pflichtprogramm. Dort lebt der Jitterbug viel mehr von Rhythmus, Improvisation und dem sichtbaren Vergnügen beider Tanzpartner. Akrobatik sollte nur trainiert und mit ausreichend Platz getanzt werden.

    Getanzt wird im 4/4-Takt zu Swing, Jive oder Jump Blues. Der Rhythmus ist deutlich synkopiert und lädt geradezu dazu ein, mit der Musik zu spielen. Je schneller das Stück wird, desto kleiner und ökonomischer müssen die Schritte werden. Wer versucht, jeden Schritt besonders groß zu setzen, ist bei einem schnellen Big-Band-Stück ziemlich bald außer Atem. Gute Jitterbug-Tänzer wirken deshalb nicht hektisch, obwohl unter ihnen der Tanzboden bebt.

    Während des Zweiten Weltkriegs brachten amerikanische Soldaten den Jitterbug nach Großbritannien, Frankreich und in andere Teile Europas. Die freie, ausgelassene Art des Tanzens wirkte dort zunächst ungewohnt und manchmal sogar anstößig. Gerade das machte ihn für viele junge Leute interessant. Aus den amerikanischen Swingtänzen entwickelten sich in Europa später eigene Formen, darunter der Boogie-Woogie und der sportlichere Jive.

    Heute wird der Ausdruck Jitterbug nicht überall gleich verwendet. In historischen Zusammenhängen meint er häufig den ausgelassenen Swingtanz der 1930er- und 1940er-Jahre oder ganz allgemein das Swingtanzen. Einige Tanzschulen verwenden den Namen dagegen für einen vereinfachten Sechser-Grundschritt. Wer auf einer Tanzveranstaltung „Jitterbug“ hört, sollte daher nicht zu sehr über die genaue Schublade nachdenken. Entscheidend sind die Swingmusik, die Verbindung im Paar und der Spaß an der Improvisation.

    • Entstehung: Ende der 1920er- und in den 1930er-Jahren
    • Entstehungsort: USA, besonders die afroamerikanische Swingkultur
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: meist etwa 30–50 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: je nach Variante 6 oder 8 Schläge
    • Welttanzprogramm: Nein

     

    Typische Lieder für den Jitterbug

    Name Interpret
    Call of the Jitter Bug Cab Calloway
    Jumpin’ at the Woodside Count Basie
    Sing, Sing, Sing Benny Goodman
    A-Tisket, A-Tasket Ella Fitzgerald mit Chick Webb
    Jump, Jive an’ Wail Louis Prima

     

    Quellen:

  • Shag

    Der Shag war ein Modetanz in den 1930er- und 1940er-Jahren, der meist ebenso wie der Balboa auf schnellere Musik getanzt wurde. Zunächst entwickelte sich aus dem Lindy Hop auch der Lindy-Shag. Als „Collegiate Shag“ entstand der Tanz in den 1920er-Jahren in New Orleans durch junge Tänzer im College-Alter, die ihn zu Ragtime-Jazz tanzten.

    Seine Kennzeichen waren kleine, schnelle Schritte und eine enge Körperhaltung. Er wurde von den Paaren zu flotter Swingmusik praktiziert. In teilweise sehr enger Paartanzhaltung konnte man dabei, ausgehend vom Grundschritt: step- hop- step-hop -run- run, auch volle Tanzflächen besuchen. Besonders beliebt war der Tanz bei Jugendlichen, die dann oft spiegelverkehrt (mirror-moves) zu 120 Takten pro Minute (bpm) die gleichen Schritte ausführten.

    Im Süden der USA galt der Shag, der auch unter den Namen

    Carolina Shag (eher verswingt) und
    St. Louis Shag (sehr schnell) sowie
    Kansas-City-Shag
    bekannt wurde, als der Swingtanz schlechthin. Auch der Prep Step ist eine Shag-Variante. Der Arthur Murray Shag ist allerdings eher ein Teil des East Coast Swing und kam Mitte der 1950er-Jahre in Mode und hat nichts mit den Shags der dreißiger Jahre gemein.

    Der Shag war ein Modetanz in den 1930er- und 1940er-Jahren, der meist ebenso wie der Balboa auf schnellere Musik getanzt wurde. Zunächst entwickelte sich aus dem Lindy Hop auch der Lindy-Shag. Als „Collegiate Shag“ entstand der Tanz in den 1920er-Jahren in New Orleans durch junge Tänzer im College-Alter, die ihn zu Ragtime-Jazz tanzten.

    Seine Kennzeichen waren kleine, schnelle Schritte und eine enge Körperhaltung. Er wurde von den Paaren zu flotter Swingmusik praktiziert. In teilweise sehr enger Paartanzhaltung konnte man dabei, ausgehend vom Grundschritt: step- hop- step-hop -run- run, auch volle Tanzflächen besuchen. Besonders beliebt war der Tanz bei Jugendlichen, die dann oft spiegelverkehrt (mirror-moves) zu 120 Takten pro Minute (bpm) die gleichen Schritte ausführten.

    Im Süden der USA galt der Shag, der auch unter den Namen

    Carolina Shag (eher verswingt) und
    St. Louis Shag (sehr schnell) sowie
    Kansas-City-Shag
    bekannt wurde, als der Swingtanz schlechthin. Auch der Prep Step ist eine Shag-Variante. Der Arthur Murray Shag ist allerdings eher ein Teil des East Coast Swing und kam Mitte der 1950er-Jahre in Mode und hat nichts mit den Shags der dreißiger Jahre gemein.

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Shag aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Lindy Hop

    getanzter Lindy Hop

    Der Name Lindy Hop soll von Shorty George kommen. Als Shorty George Snowden während eines Tanzmarathons von einem Journalisten gefragt wurde, was er da eigentlich tanze, griff der erschöpfte Shorty einfach auf die aktuelle Zeitungsschlagzeile zurück: „Lindy Hops the Atlantic“.

    Lindy Hop ist ein Tanzstil, den Charleston, Break-Away, Step-Tanz, andere Jazz-Tänze, traditionelle westafrikanische, aber auch europäische Tänze prägten. Als Gesellschaftstanz wird er vor allem zu zweit getanzt, wobei der Spaß an der Harmonie, dem Austausch von Bewegungsideen während des Tanzes und an der Musikinterpretation im Vordergrund steht.

    Der Tanz entstand in den 1920er-Jahren in den großen Ballsälen New Yorks zur Musik der Big Bands, die die Jazzmusik zur orchestralen Swing-Tanzmusik weiterentwickelten. Eine besondere Bedeutung kommt dem größten, dem Savoy Ballroom in Harlem zu. Er war für alle Bevölkerungsschichten und Hautfarben offen, ein Schmelztiegel verschiedenster Tanzkulturen, in dem sich der Lindy Hop zu einer besonderen Attraktion entwickelte. Er zog Prominenz und High Society ins Savoy, was ihm über Harlem hinaus Beachtung verschaffte.

    Lindy Hop tanzendes Paar beim Sacramento Jazz Jubilee, USA (2006). Die Energie des Tanzes, die jazztypische Improvisation und die Offenheit für andere musikalische und tänzerische Einflüsse haben zu einem weiten Spektrum an typischen Bewegungselementen geführt, das sich bis heute weiterentwickelt und erweitert. Lange Zeit stilprägend war der sogenannte „Savoy Style“ von Whitey's Lindy Hoppers, einer Showtruppe, die ihren Stil in den 1930er- und 1940er-Jahren auf den Bühnen in den USA, Europa und Australien popularisierte. Frankie Manning war lange Zeit tänzerischer Kopf der Truppe. Er entwickelte unter anderem die ersten „Aerials“ (mit der Musik synchronisierte, nahtlos in den Tanz eingestreute Paar-Akrobatiken).

    Als die populäre Musik von Swing zu R&B und den Anfängen des Rock 'n' Roll weiterging und in den USA die Anfänge einer medial gestützten Pop-Kultur entstanden, entdeckten zunehmend mehr Teenager den Tanz und adaptierten ihn an die neuen Musikstile. Dieser Form gaben vor allem die Medien und die weiße Bevölkerung die gängige Bezeichnung „Jitterbug“ (jittery = nervös). Die GIs brachten den Tanz im und nach dem 2. Weltkrieg nach Europa. Hier entwickelte sich daraus unter dem Einfluss des etwas unterschiedlichen Sounds der europäischen Tanzbands und der tänzerischen Fertigkeiten der europäischen Mädchen der Boogie-Woogie.

    Lindy HopSeit Anfang der 80er-Jahre gewinnt Lindy Hop auch in Europa zunehmend Freunde. Im Jahre 2005 gab es in London und New York bereits eine mehrere tausend Tänzer umfassende Insider-Gruppe, aber auch in anderen Großstädten der überwiegend westlich geprägten Welt und anderswo (z. B. Peking, Tokio) trainieren Fans des Tanzes regelmäßig und veranstalten öffentliche Partys. Rund 1500 Tänzer aus der ganzen Welt pilgern jährlich für vier Wochen in das kleine schwedische Dorf Herräng: Die „Harlem Hot Shots“ (früher: Rhythm Hot Shots), eine der besten Profitanzgruppen der Stilrichtung, widmen dort seit 1982 dem authentischen afroamerikanischen Tanz (und prominent dem Lindy Hop) ein Tanzlager. Gezielt werden Zeitzeugen der 30er- bis 50er-Jahre mit aktuellen Protagonisten der Tanzform zusammengeführt.

    Über die Namensgebung „Lindy Hop“ kursieren verschiedene Geschichten, die überwiegend auf den New Yorker Tänzer „Shorty George“ George Snowden verweisen. Zeitzeuge Frankie Manning stützt diese Version: Als Shorty George Snowden während eines Tanzmarathons von einem Journalisten gefragt wurde, was er da eigentlich tanze, griff der erschöpfte Shorty einfach auf die aktuelle Zeitungsschlagzeile zurück: „Lindy Hops the Atlantic“.

    Eine andere Version berichtet, Lindy Hop habe ursprünglich nur „Hop“ geheißen. Der Name „Lindy“ sei erst 1927 im New Yorker Savoy Ballroom dem „Hop“ hinzugefügt worden – angeblich zum Gedenken an Lindberghs berühmten Flug über den Atlantik.

    • Entstehung: 1920
    • Entstehungsort: USA
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 25-60+ Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 8 oder 10 Schläge
    • Welttanzprogramm: Nein

    Typische Lieder für den Lindy Hop

    Name Interpret
    At The Fatman Charlie Shavers And The Tommy
    Igloo Don Redman
    Swing Lover Indigo Swing
    Wir Tanzen weiter Orchester Stan Brenders
    Zieh die Schuh aus Roger Cicero

    Weitere Lieder, auf die man Lindy Hop (Swing) tanzen kann, finden Sie in der Tanzdatenbank .

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Lindy Hop aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Charleston

    Im Jahr 1923 waren es wohl wieder einmal die schwarzen Einwohner in den USA, die als Erste zu diesen Jazzrhythmen getanzt haben. Der Tanz hat sich danach wie ein Lauffeuer um die ganze Welt verbreitet. Eigentlich ist der Charleston ja eine Broadway-Melodie aus dem Musical „Running Wild“, das so ab 1923 aufgeführt wurde. Um die Charleston-Welle weiter voranzutreiben, wurden damals auf die Cover der entsprechenden Platten einheitliche Choreografien aufgedruckt, damit jeder eine Anleitung hatte, wie man Charleston tanzen konnte. Damit war der Siegeszug quasi schon eine beschlossene Sache.

    Charleston tanzendes Paar

    Eine Tanzbeschreibung von 1925 führt an: „Der Torso zittert, dazu die Bewegungen der Hüften, Schenkel und Hinterbacken. Auch die Hände sind aktiv, sie berühren alle Teile des Körpers wie in Ekstase. Dazu kommen die abwechselnden X- und O-Beine, damit verbunden die nach außen und innen gedrehten Knie und Füße. Der Tänzer kann seinen Rücken beugen oder gar in Hockstellung gehen.“

    Der Charleston ist ein extrem schneller Tanz. Bei 50–75 Takten pro Minute ist schon etwas Übung geboten. Ein Wiener Walzer hat bis zu 60, was schon schnell ist. Gewöhnliche Tänze sind so bei 30–50 Takten pro Minute zu finden. Grundlage für diesen Tanz sind isolierte Bewegungen. Das bedeutet, dass man in der Lage ist, einzelne Körperteile, wie die Arme und Beine, getrennt voneinander zu bewegen. Rudern mit den Armen und X/O-Kombinationen mit den Beinen sind typisch für den Charleston. Mit Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 konnten sich viele die Abendveranstaltungen nicht mehr leisten und der Tanz verschwand langsam wieder.

    Woher er kam:


    (Damals schon Vergangenheitsform!)

    Aber der Charleston kommt nicht von dem Gestade von Ohio, sondern von dem Harlem, dem Strom, der von den urspünglich holländischen Einwohnern von New York zu den Negern hinabgeflossen ist, die in ihren Kolonien am Gestade jeden Reiz des Lebens einschließlich schwarzer Kabaretts besitzen.
    Von diesen exotischen Schlupfwinkeln ist der Charleston auf allen Bühnen Amerikas geschleudert worden, wo einige der athletischsten jungen Frauen der Welt miteinander in dem Versuch wetteifern, ihr lockiges Haar von ihren hübschen Köpfen wegzuschleudern.
    Er passt — und „passt“ (Fit) ist ein gutes Wort, um es in dieser Verbindung zu gebrauchen — zur gegenwärtigen Tanzmode Amerikas. Der Bühnentanz ist zum größten Teil eine Art Gymnastik geworden. Einer der regelmäßigen „Stunts“ (Verrenkungen), die man überall sieht, wird z. B. von jungen Damen ausgeführt, welche beide Hände auf die Bühne legen und dann abwechselnd beide Beine auswerfen. Es ist eine Anstrengung, aber kein Tanzen. Solche Schwünge stehen über der gewöhnlichen Ausführung, aber es gibt Charleston-Amateure, welche zwanzig Schritte in ihrem Repertoire haben, mit denen sie die kühnsten Wettbewerbe eingehen.
    Es sind alle Anstrengungen gemacht worden, den Charleston in einen Gesellschaftstanz zu verwandeln, aber es wird enden, wo er begonnen hat, im Kabarett, sofern wir nicht dahin kommen, das Tanzen einer Nacht in zehn Minuten erledigen zu wollen.

    • Entstehung: ca. 1923
    • Entstehungsort: USA
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 30-60 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 8 Schläge entsprechen 2 Takten
    • Welttanzprogramm: Nein


    Typische Lieder für den Charleston

    Name Interpret
    Ain’t She Sweet Enoch Light
    Charleston Green Hill Instrumental
    El Golpe (The Entertainer) The New Orleans Banjo Band
    That’s My Weakness Now The Hot Chas
    That’s A Plenty Firehouse Five plus Two

    Weitere Lieder, auf die man Charleston tanzen kann, finden Sie in der Tanzdatenbank .

  • Balboa/Bal-Swing

    Der Balboa ist ein Tanz, der aus den 1930er- und 1940er-Jahren stammt. Entstanden ist er in einem Tanzlokal auf der Halbinsel Balboa. Um in dem total überfüllten Tanzlokal noch tanzen zu können, hat man dort einen Tanz erfunden, der extrem wenig Platz braucht. Die Tänzer stehen dabei sehr eng zusammen und berühren sich fast von der Hüfte bis zur Schulter. Diese Haltung macht es sehr einfach, mit dem Körper zu führen und ermöglicht sehr schnelle Drehungen und Figuren.

    Balboa ist ein Paartanz, der erstmals in den 1930er- und 1940er-Jahren in Mode war und sich auch heutzutage wieder einiger Beliebtheit erfreut; so ist er auf vielen regulären Swing- und Boogie-Camps fester Bestandteil im Programm.

    Ursprünglich wurde Balboa in meist 8 Zählzeiten (8-Count) in geschlossener Tanzhaltung getanzt und war durch trickreiche Fußarbeit gekennzeichnet.

    Balboa ist vor allem ideal bei voller Tanzfläche und macht Tanzen auf schnelle Musik besonders leicht, funktioniert aber auch bei langsameren Tempi. Bereichert um Drehungen, wie bei Boogie und Swing, wird Balboa zum Bal-Swing und besonders abwechslungsreich.

    Balboa hat 2 Grundformen:

    • Pure Balboa: Diese Version des Balboas wird sehr eng und mit viel Variation der Schritttechnik getanzt. Die Hauptschritttechniken beinhalten den single-time Balboa, double-time Balboa und triple-time Balboa.
    • Bal-Swing: In dieser Form öffnet das Paar die sehr enge Tanzhaltung, um Drehungen und Spins zu tanzen. Nach einer Figur kommt man wieder in die enge Haltung, d. h. wieder in die Pure-Balboa-Form.

    Einige der großen Balboa-Tänzer sagten oft: „We can't tell you how to dance Balboa, but we can tell you when you are not dancing Balboa.“

    Die Tänzer stehen sehr eng zusammen und berühren sich fast von der Hüfte bis zur Schulter. Diese Haltung macht es sehr einfach, mit dem Körper zu führen und ermöglicht sehr schnelle Drehungen und Figuren.

    • Entstehung: 1930
    • Entstehungsort: USA
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 32-60+ Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 8 Schläge entsprechen zwei Takten
    • Welttanzprogramm: Nein

    Typische Lieder für den Balboa

    Name Interpret
    Boogie Woogie Bugle Boy Bette Midler
    Pearly Shells I Belli Di Waikiki
    I'm Walkin Fats Domino
    Scat The Swing The Bel Airs
    Sing, Sing, Sing Robert Kraft

    Weitere Lieder, auf die man Balboa tanzen kann, finden Sie in der Tanzdatenbank .

    Quellen:

    • Dieser Artikel basiert auf dem Artikel: Balboa aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weitere kleinere Quellen aus dem Internet
  • Stil und Haltung

    Haltung im Standardtanz

    Als Einstieg in die Welt der Standardtänze möchte ich Ihnen die grundlegende Haltung vorstellen, die bei allen Standardtänzen wichtig ist. Die Tanzhaltung ist eng, wobei die Dame etwas links versetzt steht, damit der rechte Fuß des Partners zwischen die Beine gesetzt werden kann. Dies ist wichtig, um gemeinsam eine Drehung machen zu können.

    Für den Herrn ist es wichtig, seine rechte Hand am unteren, mittleren Rücken der Dame anzusetzen, während die linke Hand der Dame ganz oben auf den rechten Arm des Herrn gelegt werden sollte. Hier möchte ich noch einen Tipp geben: Legen Sie die Hand nicht einfach auf, sondern setzen Sie sie nur an, denn nach einer Stunde Tanzen wird sie sehr schwer. Die Führungshände sollten gefasst und beinahe ausgestreckt gehalten werden.

    Zu guter Letzt kommt noch die Kopfhaltung hinzu. Der Herr sollte nach links schauen, während die Dame aus Sicht des Herrn nach rechts schaut. Aus Sicht der Dame schaut sie nach links. In Ausnahmefällen, wie bei einer Promenade, dreht auch die Dame den Kopf nach rechts.

    Ich hoffe, diese Informationen sind für Sie hilfreich und inspirierend, und ich bin gespannt auf Ihre Anregungen und Verbesserungen.

    Wie ist jetzt der Tanzstil? Die Standardtänze sind geschlossene Tänze. Das bedeutet, dass die Grundhaltung fast durchgehend aufrecht gehalten wird und die Hände immer gefasst sind. Vorwärtsschritte sind immer Fersenschritte – sowohl beim Herrn als auch bei der Dame.

    Damit man nicht den Eindruck zweier tanzender Besenstiele erweckt, wird die Tanzbewegung durch Heb- und Senkbewegungen sowie durch Körperneigung angereichert. Das ist jedoch schon etwas für Fortgeschrittene und sollte beim ausgewiesenen Tanzlehrer vor Ort erlernt werden. Der Herr übernimmt die Führung, daran führt kein Weg vorbei. Er sollte sein Vorhaben rechtzeitig durch Druckimpulse (wichtig: nicht mit dem linken Arm führen) oder andere eindeutige Signale der Dame bekanntgeben. Denn woher sollte sie sonst wissen, was er vorhat?

    Im Welttanzprogramm definierte Standardtänze sind: