Kategorie: Latein

  • Die Rumba

    Rumba tanzendes Paar

    Die Rumba ist unter den latein Tänzen der ruhigste und romantischste Tanz. Es ist auch wieder ein 4/4 Takt mit etwa 30 Takten. Eine entscheidende Rolle kommt bei solch einem Tanz dann natürlich dem Ausdruck zu. In diesem Fall währe es der Hüftschwung. Nur wie das halt mit dem Hüftschwung so ist, der durchschnitts Mitteleuropäer bringt das einfach nicht sauber hin. Ein bisschen kann man es aber doch lernen und das ist dann auch schon ausreichend.

    Die Rumba entwickelte sich aus dem Fandango Tanz, der aus Spanien nach Kuba kam. In rhythmischer Hinsicht liegt ihr die Clave-Figur zugrunde, die mit den afrikanischen Sklaven nach Kuba kam. Neben den in Kuba verbreiteten Rumbaformen Columbia und Yambú ist der städtische Guaguancó die heute beliebteste Form. Dieser Tanz ist durch erotische Bewegungen gekennzeichnet. Als Modetanz kam die Rumba erstmals 1914 in New York auf. Rhythmisch vereinfacht gelangte sie Anfang der 1930er Jahre auch nach Europa. Die Nationalsozialisten verboten die Rumba als entartete Kunst, aber auch in anderen Ländern ließ das Interesse nach.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rumba wieder entdeckt, allerdings in zwei vollkommen unterschiedlichen Variationen. Zum einen die amerikanisch beeinflusste Square- oder Carrée-Rumba, zum anderen die vom in England lebenden Franzosen Pierre Lavelle propagierte Rumba im kubanischen Stil. Dies führte in den Jahren 1956 bis 1958 und 1961 bis 1963 zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich, den sogenannten „Rumbakriegen“, bei denen beide Schulen „ihre“ Rumba international etablieren wollten. Man einigte sich schließlich darauf, beide Varianten zuzulassen. So wurden die langsame Rumba unter dem Namen Square-Rumba in das Welttanzprogramm und die schwierigere Kubanische Rumba 1964 ins Turniertanz-Programm aufgenommen. Im internationalen Tanzsport hat sich mittlerweile der kubanische Stil durchgesetzt. Die Square-Rumba wird in Europa kaum noch unterrichtet – meist bei Tanzschulanfängern, in den USA ist sie jedoch noch weit verbreitet.

    Rumba tanzendes Paar

    Rumba wird heute zu langsamerer Musik (bis zu 30 Takte/Minute) getanzt als noch vor einigen Jahrzehnten. Dadurch wird eine weitere Betonung nicht nur der ganzen, sondern auch der halben Taktschläge notwendig. Gute Tänzer versuchen, ihre Bewegung sogar noch über den halben Takt hinaus zu verzögern, um dann auf dem verbleibenden Teiltakt eine desto schnellere Bewegung (hauptsächlich Drehungen) durchführen zu können. Dabei ist wesentlich, dass der Schritt des Rückwärtsgehenden dem des Vorwärtsgehenden etwas vorauseilt. Jedem Schritt muss darüber hinaus eine vorbereitende binnenkörperliche Bewegung „Settling“ ein Absenken des Körpers in die Hüfte, vorausgehen, die ihrerseits auf den Voll-Takt erfolgt. Das Zusammenspiel zwischen dieser Vorbereitung und dem Schritt und zwischen Vorwärts- und Rückwärtstanzendem wird „Rhythm and Response“ genannt.

    Es gibt aber auch noch eine zweite Art Hüftbewegung,“rotation“ die aus dem Gewichtstransfer herrührt. In der tiefen Hüftstellung bleiben die – belasteten – Beine gestreckt, um den Gewichtstransfer trotzdem ausführen zu können, ist eine achtförmige, rotierende Hüftbewegung von nöten. Das Spielbein soll ein deutlich gebeugtes Knie mit Zeigen des Fußballens zeigen. Dadurch unterstützt es die rotierende Hüftbewegung.

    Bei der Rumba verschmilzt das Paar auf dem Parkett durch die Musik zu einer Einheit. Die Dame spielt den „arroganten“, dominanten Part, sie lässt den Herrn einmal in ihre Nähe und lässt ihn dann sofort wieder „abblitzen“. Der Herr holt die Dame mal an sich heran, als wolle er sie auf der Stelle verführen, stößt sie dann aber unter sichtbaren Schmerzen von sich. Die Vorstellung einer „getanzten Liebeserklärung“ verdeutlicht die unterdrückte Leidenschaft, die dieser Tanz ausstrahlen soll, wesentlich besser als die häufig genutzte Bezeichnung als „Liebestanz“. Die Betrachtung des ganzen umfasst natürlich nicht nur die Füße, auch Hand-/Armhaltung, Körpersprache und Mimik sind wichtig.


    • Entstehung: ca. 1910


    • Entstehungsort: Kuba


    • Takt: 4/4


    • Geschwindigkeit: 27-30 Takte pro Minute


    • Grundschrittlänge: 8 Schläge entspricht 2 Takte


    • Welt Tanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für die Rumba

    NameInterpret
    Always On My MindElvis Presley
    Nine Million BicyclesKatie Melua
    Nobodys KnowsLatin Jam
    VenusFrankie Avalon
    Wo Meine Sonne ScheintCaterina Valente

    Weitere Lieder auf die man Rumba tanzen kann finden Sie in der Tanz Datenbank .

    Quellen:


    • Dieser Arikel basiert auf dem Artikel: Rumba aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL


    • Meine Tanzlehrer


    • Weiter kleinere Quellen aus dem Internet

  • Der Cha-Cha-Cha

    Cha Cha Cha tanzendes Paar

    Foto: Brunner's Photo-Shop

    Der Cha-Cha-Cha hat eine gewisse Ähnlichkeit zur Rumba, was die Anlage der Schritte betrifft. Aber bei diesem sind viel mehr Temperament sowie schnellere Schrittfolgen und Bewegungen angesagt. Auch der Cha-Cha-Cha wird im Vier-Viertel-Takt getanzt. Auf zwei normalen Schritten folgen dabei immer drei schnellere Schritte („Cha-Cha-Cha“). Die Hüftbewegung ist nicht so langatmig wie bei der Rumba, sondern eher zackig und temperamentvoll – anders würde das bei dem Tempo auch nicht gehen. Viel Raffinesse erhält der Cha-Cha-Cha durch verwirrende Schrittkombinationen.

    Der Cha-Cha-Cha in seiner weltweit verbreiteten westlichen Variante gehört zu den lateinamerikanischen Tänzen des Tanzsports und wird als Bestandteil des Welttanzprogramms in Tanzschulen unterrichtet. Die ursprüngliche kubanische Form des Cha-Cha-Cha unterscheidet sich in Technik und Figurenrepertoire stark vom heutigen Turniertanz und ist in der spanischen Schreibweise Cha-cha-chá in der modernen Salsa-Szene anzutreffen.

    Die Geschichte des Cha-Cha-Cha wurde nur mündlich überliefert und wird leicht unterschiedlich wiedergegeben. Der Rhythmus des Cha-Cha-Cha wurde zwischen 1948 und 1951 von Enrique Jorrín erfunden, einem kubanischen Komponisten und Violinisten, der damals das kubanische Orchester Orquesta América leitete. Jorrín variierte in seinen Kompositionen seit 1948 beständig den kubanischen Tanzrhythmus Danzón: Unter anderem reduzierte er die für die kubanische Musik typische Synkopierung und fügte dem ursprünglich rein instrumentalen Musikstil rhythmische Gesangseinlagen hinzu.

    1951 führte Jorrín den Cha-Cha-Cha-Rhythmus unter dem von ihm gewählten Namen neodanzón (span. „neuer Danzón“) auf den kubanischen Tanzflächen ein. 1953 nahm Jorrín die Hits La Engañadora und Silver Star auf. Der neue Rhythmus kam beim Publikum sehr gut an und inspirierte die Tänzer zu einem Tanzschritt, der den Grundschritt des Mambo um einen schnellen Wechselschritt ergänzt. Dieser schnelle Wechselschritt verursachte laut Jorrín ein scharrendes Geräusch, das für ihn wie cha cha chá klang, und das er als rhythmische Gesangseinlage in einige seiner Lieder einbaute. Dieses Geräusch und die daraus resultierende rhythmische Zählweise 2 3 cha-cha-cha waren letztendlich namensgebend für den Tanz.

    Der Cha-Cha-Cha verbreitete sich sehr schnell über die kubanische Grenze hinweg nach Mexiko und in die Vereinigten Staaten. In den Vereinigten Staaten avancierte der Cha-Cha-Cha über Nacht zum Modetanz des Jahres 1955, gestützt durch die legendären Mambo- und Cha-Cha-Cha-Orchester des Tanzsalons Palladium in New York City. Möglicherweise lag der große Erfolg des Cha-Cha-Cha im Entfernen der Synkopierung begründet, denn diese rhythmische Besonderheit erschwert westlichen Hörern das Tanzen und gilt als Mitursache für den schnellen Niedergang des Mambo.

    1955 hielt der Cha-Cha-Cha Einzug in Deutschland. Der Tanz war dem Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband willkommen, um die deutsche Jugend von der Swing-und Rock-’n‘-Roll-Bewegung abzulenken und zurück in die Tanzschulen zu locken.

    Der Tanz erfuhr sehr früh technische Anpassungen an die Rumba. 1962 wurde er offiziell zu den Turniertänzen hinzugenommen und wies bereits damals die Grundform der heutigen Turniervariante auf. Einen großen Beitrag zur technischen Entwicklung lieferte Walter Laird, der mit seiner Tanzpartnerin Lorraine Reynolds in den Jahren 1962, 1963 und 1964 Latein-Weltmeister wurde und mehrere Tanzbücher verfasste. 1963 wurde der Cha-Cha-Cha als lateinamerikanischer Tanz in das Welttanzprogramm aufgenommen und gehört seither weltweit zum Grundstock allgemeiner Tanzschulen.

    Cha-Cha-Cha-Musik ist heiter und unbeschwert. Der Tanz ist ein amüsanter und koketter Flirt zwischen den Tanzpartnern, die in frechen offenen und geschlossenen Figuren miteinander spielen. Er ist vorwitziger als die verträumt-erotische Rumba, aber weniger aufreizend als die überschäumende Samba. Die kubanische Variante ist insgesamt ruhiger und weicher.

    getanzter Cha Cha Cha

    Foto: Brunner's Photo-Shop

    Der Cha-Cha-Cha wird im 4/4-Takt notiert, hat die Hauptbetonung auf dem ersten Taktschlag und wird für gewöhnlich in einem moderaten Tempo von 30 bis 34 Takten pro Minute gespielt und getanzt.

    Cha-Cha-Cha ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich für eine kubanische Musikform: Er wurde von Anfang an im 4/4-Takt notiert, während die meisten anderen kubanischen Musikformen ursprünglich im 3/4-Takt notiert und erst im Laufe der Zeit von Exilkubanern an die westliche 4/4-Notation angepasst wurden. Als Nachfolger des haitianischen Danzón hat er darüber hinaus keinen Bezug zur Clave, dem aus Afrika stammenden Rhythmusschema, das fast alle kubanische Musik prägt. Schließlich weist er keine Synkopierung auf und steht damit unter anderem im Gegensatz zum Mambo, bei dem die Hauptbetonung vom ersten auf den zweiten Taktschlag verschoben ist.

    Seit Jorríns Tagen hat sich die Musik, auf die Cha-Cha-Cha getanzt wird, ständig verändert. Spielte das Orquesta América noch in der klassischen, weichen Charanga-Besetzung des Danzóns mit Perkussion, Klavier, Bass, Flöte und Cuerdas, setzten sich bereits im Palladium fetzige Bläserbegleitungen durch. Zur nachhaltigen Beliebtheit des Cha-Cha-Cha trug auch bei, dass er problemlos mit dem 4/4-Taktschema der westlichen Musik vereinbar ist. So wird Cha-Cha-Cha in Tanzschulen heute auf aktuelle Chart-Hits der Popmusik und des Latin Rock gelehrt.


    Cha-Cha-Cha ist ein sogenannter stationärer Tanz. Das heißt das sowohl in Grundschritt und Tanzfiguren die Schrittgröße und die Intensität der die Schritte einleitenden Hüftbewegungen korrelieren, was bei Betrachtung von Anfängern fälschlicherweise den Eindruck erwecken kann, man würde sich kaum bewegen. Der bekannteste Grundschritt des Cha-Cha-Cha besteht aus einem Vorwärts- und einem Rückwärtsteil („Check-Schritt“), die auf die Taktschäge „2″ und „3″ ausgeführt werden sowie einem Chasses auf „4 und 1″. Dieser Grundschritt wird von Dame und Herr spiegelverkehrt getanzt, wie auch die Grunschrittalternative mit Schließen und Gewichtswechsel an Stelle der Check-Schritte oder der Verwandlung des Chasses in einen Vorwärts-/Rückwärts-Lockstep oder auch den Grundschritt in Guapacha Timing (ähnelt dem Whisk in Samba). Charakteristisch für den Cha-Cha-Cha ist dabei immer das Chassé auf „4 und 1″.

    • Entstehung: ca. 1951
    • Entstehungsort: Kuba
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 30-34 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge entspricht 1 1/2 Takte
    • Welt Tanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Cha Cha Cha

    Name Interpret
    Kiss Me Honey Shirley Bassey
    Pata Pata Miriam Makeba
    Rubberneckin Elvis Presley
    Sexbomb Tom Jones
    Sway Michael Buble
    Tea For Two Della Reese

    Quellen:

    • Dieser Arikel basiert auf dem Artikel: Cha-Cha-Cha aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Weiter kleinere Quellen aus dem Internet
  • Der Samba

    Samba Tanzendes Paar

    Foto: Brunner's Photo-Shop

    Der Samba ist der Tanz, der mit Sicherheit den „lateinamerikanischten Flair“ ausstrahlt, wenn man das so sagen kann. Dominierend sind in der Regel die Rhythmus-Instrumente wie Trommel, Bongos, Rasseln usw. Wenn man bei einer Samba-Runde auf die Tanzfläche schaut, dann fällt einem sofort das sogenannte „Bouncen“ bei den Tanzpaaren auf. Dies kommt dadurch zustande, dass man sich bei diesem Tanz bei jedem Schritt mit dem Ballen abdrückt und mit dem Ballen von oben „landet“. Dadurch entsteht eine Auf-und-Ab-Bewegung. Nach Meinung vieler Tanzlehrer tanzt man den Samba übrigens richtig, wenn man die Auf- und Abbewegung, die automatisch durch das Abdrücken und das Von-oben-Setzen der Schritte entstehen würde, durch das Laufenlassen der Hüfte kompensiert. In der Summe verändert man also seine Höhe nicht.

    Der ursprünglich aus der afrobrasilianischen Musik stammende Musik- und Tanzstil gehört in seiner europäischen Variante zu den fünf lateinamerikanischen Tänzen und hat kaum noch etwas mit der ursprünglichen brasilianischen Tanzform gemein. Typisch für die Samba sind deutliche, schnelle Hüftbewegungen und das Bouncen genannte komplexe Vor-und-Zurück des Unterkörpers durch leichtes Strecken und Beugen des Standbeinknies, die aber nicht ein Heben des Oberkörpers beinhalten dürfen.

    Samba wird für gewöhnlich bei einem Tempo von 50 bis 53 Takten pro Minute getanzt. Es gibt verschiedene Rhythmen in der Samba. Einmal wird zwischen Körper- und Fußrhythmus unterschieden. Der Körperrhythmus wird durch eine Vorwärts-Rückswärtsbewegung des Beckens wiedergegeben, jeweils auf „slow“. Je nach Art der getanzten Figur entsteht ein unterschiedlicher Rhythmus der Füße. Der Grundrhythmus der mehr stationären Figuren wird mit dem englischsprachigen Zählmaß one-a-two bezeichnet. Dabei besteht ein 2/4-Takt aus drei Schritten, der erste Schritt nimmt 3/4 eines Schlags ein, der zweite 1/4 und der dritte Schritt einen ganzen Schlag. Dieser Grundrhythmus wird häufig variiert, beispielsweise werden gelaufene Figuren im Rhythmus „Slow-quick-quick“ oder auch „Quick-quick-slow“ gezählt. In einigen Figuren wird hiervon ein „slow“ aufgelöst, so dass sich ein Rhythmus „Slow-quick-quick-quick-quick-quick-quick“ ergibt. Möchte man den brasilianischen Ursprüngen des Tanzes näher kommen, so können mehr als eine Vor-Rückbewegung der Hüfte auf einen Schlag getanzt werden; möglich sind drei Hüftbewegungen je Takt. Dies sind die Batucadas, was auch eine Bezeichnung für eine Stilrichtung der Samba ist. Wird ein „Quick“ in einer Figur getanzt, entfällt im Übrigen das Bouncen.

    • Entstehung: 20. Jahrhundert
    • Entstehungsort: Brasilien
    • Takt: 2/4
    • Geschwindigkeit: 46-68 Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 4 Schläge entspricht 2 Takte
    • Welt Tanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Samba

    Name Interpret
    Ain't It Funny Jenifer Lopez
    Fools Rush In Elvis Presley
    La Bomba King Africa
    Siempre Manana Ruben Gomez
    La Isla Bonita Madonna

    Quellen:

    • Dieser Arikel basiert auf dem Artikel: Samba aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weiter kleinere Quellen aus dem Internet
  • Jive

    Jive tanzendes Paar

    Foto: Brunner's Photo-Shop

    Der Jive ist vom „Feeling“ her eigentlich wenig südamerikanisch. Hört man den Ryhthmus, dann denkt man eigentlich mehr an Rock 'n Roll oder Boogie, als an Samba & Co. In der Tat stammt der Tanz aus Nordamerika und ist eine Mischung aus Boogie-Woogie und anderen Gesellschaftstänzen. Auch der Jive ist ein Tanz, bei dem es Temperament und Freude zum Ausdruck zu bringen gilt. Er wird im Vier-Viertel-Takt getanzt. Das Tempo ist nicht so übermäßig schnell wie beim Boogie Woogie oder Rock 'n Roll, aber dennoch kommt man mächtig ins Schwitzen, weil man viele Schritte innerhalb kurzer Zeit machen muss. Die Haltung ist beim Jive ein wenig lockerer als bei seinen Lateinamerikanischen „Kollegen“. So hält man die Hände locker unten, jedoch immer auch mit einer Spannung in den Unterarmen (sonst sieht 's mit der Führung schlecht aus…). Man tanzt den Jive nach moderner Auffassung ein klein wenig gehockt und mit „weichen Knien“. Die Knie werden nie ganz durchgestreckt und alle Bewegungen laufen fließend und federnd.

    Jive ist eine Bezeichnung für einen Tanz, der vielfältige verwandte Vorläufer afroamerikanischen Ursprungs hat. Dazu gehören zu Beginn der 1930er Jahre Lindy Hop, Blues, Swing, in den 1940ern der Boogie-Woogie, Jitterbug gefolgt in den 1950ern vom Rock ’n‘ Roll. Charakteristisch für alle diese Tanzformen war und ist heute noch die stimulierende Musik. Amerikanische Soldaten brachten die in den USA beheimateten Tänze um 1940 nach Europa, wo sie bei der Jugend schnell sehr beliebt wurden. Der Boogie wurde nach dem Krieg zur dominierenden Musik. Als „ordinärer“ Tanz fand er aber nicht nur Freunde. Tanzpapst Alex Moore äußerte sich, dass er nie zuvor etwas „Gräßlicheres“ gesehen hatte. Englische Tanzlehrer entwickelten, mit etwas langsamerer Musik, den eleganten und doch lebendigen Jive. 1968 wurde er als fünfter Turniertanz zu den Lateinamerikanischen Tänzen aufgenommen, seit 1976 gehört der Jive zum Welttanzprogramm. In England erfreut sich ein anderer Jive großer Beliebtheit. Anstelle der üblichen sechs Beats wird der Modern Jive wie der Lindy Hop auf acht Beats getanzt und bietet viele schnelle und komplexe Figuren, die man sonst nur im Discofox kennt.

    getanzter Jive

    Foto: Brunner's Photo-Shop

    Im Gegensatz zu Rumba und Cha-Cha-Cha werden Merengue-Hüften getanzt, so dass diese über dem Standbein verbleibt und erst nach dem Gewichtswechsel auf die andere Seite wechselt. Die Schritte im Jive werden über den Ballen und die Innenkante der Füße angesetzt. Der Jive wird in der offenen Tanzhaltung getanzt, wobei der Herr mit seiner linken Hand die rechte Hand der Dame fasst. Eine enge Verwandtschaft besteht zum Boogie-Woogie und Rock'n'Roll.

    • Entstehung: 1940
    • Entstehungsort: Nordamerika
    • Takt: 4/4
    • Geschwindigkeit: 44+ Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge (8 Schritte) entspricht 1 1/2 Takte
    • Welt Tanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Jive

    Name Interpret
    Crazy Little Thing Called Love Michael Buble
    Hello Mary Lou Pitney
    Making Your Mind Up Bucks Fizz
    Only The Good Die Young

    Billy Joel

    Schöner Fremder Mann Connie Francis
    Waterloo Abba

    Quellen:

    • Dieser Arikel basiert auf dem Artikel: Jive aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
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  • Paso Doble

    Pasodoble tanzendes Paar

    Foto: Brunner's Photo-Shop

    Er wird heutzutage eher selten auf Tanzpartys gespielt, was zum einen auf den im wahrsten Sinne des Wortes aus der Reihe tanzenden Stil zurückzuführen ist, der teilweise sehr militärisch anmutet. Zum anderen gibt es aber auch wenig Musikstücke, auf die sich ein Paso Doble würdevoll tanzen lässt. Der Herr übernimmt beim Paso Doble die Rolle des Toreros und die Dame – falsch, nicht die Rolle des Stieres, sondern die des roten Tuches, welches der stolze „Spanier“ umherschwingen darf – aber wie sollte die Dame auch einen Stier tänzerisch darstellen? Zum Ende des Raumes gehen, schnauben und dann los? Die Schritte werden beim Paso Doble mit wenigen Ausnahmen durchgehend im gleichmäßigen Tempo gesetzt. Markantes Merkmal des Paso-Dobles-Schrittes ist der sogenannte „Appell“, ein herausforderndes Aufstampfen, durch das er einen leichten „Flamenco-Touch“ erhält. Vielen Nachwuchs-Toreros macht dies richtig Spaß und sie stampfen so herzhaft auf, als wollten sie die Leisten durch den Boden treten.

    Der Paso Doble ist ein spanischer Tanz, wird aber traditionellerweise den Latein- und nordamerikanischen Tänzen zugeordnet. Er entstand im 19. Jahrhundert in Spanien und wird seit 1919 getanzt. Seit 1945 ist er Turniertanz und seit 1963 im Welttanzprogramm enthalten. Der Paso Doble ist ein progressiver Tanz, das heißt man bewegt sich während des Tanzens durch den Saal. Er ist der schnellste der im Welttanzprogramm vorhandenen Lateintänze.

    Unter dem Paso Doble versteht man die tänzerische Interpretation des Stierkampfes. Der Herr tanzt den Torero, die Dame stellt das rote Tuch (Muleta oder Capa genannt), eine Flamencotänzerin oder den Schatten des Toreros dar.

    Der Paso Doble ist eine Ausnahme in den Lateinamerikanischen Tänzen. Dies zeigt sich in Haltung, Schritten und der anzustrebenden durchgängigen Phrasierung der Figuren. Der Tanz wird mit stolz erhobenem Haupt getanzt, die Schulterblätter werden nach hinten und unten gezogen, das Gewicht leicht nach vorne velagert, durch Anspannen der Oberschenkel wird die Leiste aber weiter nach vorne gebracht, der Schwerpunkt liegt so hinter der Hüfte. Durch gleichzeitige Anspannung der Bauchmuskulatur wird verhindert, dass sich der Brustkorb nach oben weg bewegt, also öffnet. Die Ellbogen liegen weiter nach hinten als sonst üblich, durch die Tendenz nach vorne bleibt der Abstand im Paar aber gleich.

    Schrittvorbereitende Hüftbewegung wie in Rumba und Cha-Cha-Cha entfallen; es werden bei raumgreifenden Schritten vielmehr diese mit der Ferse angesetzt, Paso Doble ist ja ein Marschtanz; das heißt keineswegs, dass jeder Schritt auf einen Taktschlag auszuführen wäre und noch weniger, dass der Schritt gleichmäßig über den zur Verfügung stehenden Zeitraum durchgeführt würde – vielmehr gibt es Beschleunigungen innerhalb eines Schrittes.

    Die Haltung des Herrn stellt den Matador mit seiner Capa da: Bogen des Rückens, feste Spannung in den gerundeten Armen. Ein Körperkontakt zur Dame findet selten statt, etwa in den Achsen. Es wäre ja auch unlogisch, weil lebensgefährlich, wenn der Stierkämpfer die Capa dauernd an seinen Körper halten würde.

    Die Phrasierung der Musik des Paso Doble ist durch die Choreographie widerzuspiegeln. An zwei Stellen der Musik, den Höhepunkten, wird eine statische Pose eingenommen. Häufig wird zu Beginn einer Phrase auf „eins und“ ein sogenannter Apell getanzt, ein plötzliches Umlenken der stationären, höheren Körperhaltung in eine Vorwärtsbewegung (Attacke genannt, wenn dies in Richtung der Dame ausgeführt wird). Chasses werden häufig getanzt. Armbewegungen werden schnell und in einer einzigen, runden Bewegung durchgeführt, also nicht mit Einsatz des Ellenbogens.

    Technik im Sinne von Schritttechnik ist im Paso Doble nicht ein zentrales Thema. Auffällig sind Drehungen. In Hinsicht auf die Lage der Achse – bedingt durch die Bogenspannung, ist festzuhalten: Sie liegt größtenteils außerhalb des Körpers von Dame und Herr (macht Platz für den Stier) und ermöglicht das plötzliche Verändern der Lage dieser Achsen (= Ausweichen vorm Stier). Zusätzlich stehen die Achsen in der Regel nicht senkrecht. Bei der Ausführung aller Figuren ist daran zu denken, was sie im Rahmen des Stierkampfes bedeuten sollen. Hohe Sprünge in die Luft etwa sind daher nicht sinnvoll. Typisch aber ist beispielsweise die erhobene Position des Herrn (auf den hohen Fußballen), beide Hände hoch über dem Kopf: Bereit zum Todesstoß. Erfahrene Tanzsport-Trainer erzählen, dass sie eigens nach Spanien in die Stierkampfschulen gereist sind, um das Wesen des Stierkampfes besser in den Tanz umsetzen zu können.

    Die Musik des Paso Doble war ursprünglich im 3/8-Takt, später im 2/4-, 3/4- und 3/8-Takt. Als Tanzmusik wird heute nur der 2/4-Takt gebraucht. Das Tempo beträgt etwa 58 bis 62 Takte pro Minute. Bei Turnieren tanzt man (gemäß der Turnier- und Sportordnung des Deutschen Tanzsportverbandes) 60 bis 62 Takte pro Minute.

    • Entstehung: ca.1910
    • Entstehungsort: Spanien
    • Takt: 2/4
    • Geschwindigkeit: 60-62Takte pro Minute
    • Grundschrittlänge: 6 Schläge entspricht 1 1/2 Takte
    • Welt Tanzprogramm: Ja

    Typische Lieder für den Paso Doble

    Name Interpret
    Don't Let Me Be Misunderstood Santa Esmeralda
    El Gato Montes Hugo Strasser
    March of toys

    Werner Muller

    You'll Be Gone

    Elvis Presley

    Quellen:

    • Dieser Arikel basiert auf dem Artikel: Paso Doble aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GFDL
    • Meine Tanzlehrer
    • Weiter kleinere Quellen aus dem Internet